Travis Scott hat in Istanbul offenbar eine völlig neue Konzertform erfunden:
„Premium-Abzocke mit Kurzauftritt.“
Für schlappe 285 Euro Mindestpreis durften rund 2500 Fans in der türkischen Metropole erleben, wie der US-Rapper erst anderthalb Stunden zu spät auftauchte – und dann nach nicht einmal 20 Minuten wieder verschwand.
Quasi ein musikalischer Überraschungsangriff mit anschließender Flucht.
Die Fans reagierten erwartungsgemäß begeistert.
Also zumindest dann, wenn man wütende Pfiffe neuerdings als Begeisterung definiert.
Dabei war das Event groß angekündigt worden:
Exklusiv.
Intim.
90 Minuten Travis Scott.
Ein Abend voller Atmosphäre, Musik und Superstar-Vibes.
Geliefert wurde am Ende ungefähr die Länge einer durchschnittlichen Mittagspause.
Besonders stark:
Der Veranstalter verteidigte den Auftritt anschließend allen Ernstes als „außergewöhnliche 20-minütige Leistung“.
Natürlich.
Wenn man genug bezahlt hat, wird selbst Arbeitsverweigerung irgendwann zur Kunstform erklärt.
Man muss allerdings fair bleiben:
20 Minuten sind für manche Arbeitnehmer immerhin schon fast ein kompletter Montag.
Und Travis Scott stand laut Veranstalter ja „den ganzen Abend im Mittelpunkt“.
Das stimmt vermutlich sogar.
Vor allem als Gesprächsthema enttäuschter Fans auf dem Heimweg.
Die eigentliche Meisterleistung bleibt aber:
Fast 300 Euro Eintritt für ein Konzert, das kürzer war als manche Werbepause beim Super Bowl.
Da fragt man sich unweigerlich:
War das noch ein Konzert oder bereits ein exklusiver Live-Trailer?
Vielleicht ist das aber einfach die Zukunft der Musikindustrie:
Weniger Songs.
Weniger Aufwand.
Mehr „Eventgefühl“.
Und irgendwo sitzt vermutlich schon der nächste Superstar und denkt sich:
„20 Minuten? Eigentlich reichen doch auch acht.“
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