Europa ist laut einem aktuellen Bericht der Weltwetterorganisation (WMO) und des EU-Klimadienstes Copernicus der am schnellsten erwärmende Kontinent. Seit 1980 steigen die Temperaturen hier etwa doppelt so schnell wie im globalen Durchschnitt. Das Jahr 2025 zeigt besonders deutlich, welche Folgen das hat.
Nahezu 95 Prozent Europas verzeichneten überdurchschnittliche Temperaturen. Hitzewellen nahmen nicht nur im Süden, sondern auch im Norden deutlich zu. In Skandinavien etwa wurden im Sommer ungewöhnlich lange Hitzeperioden mit bis zu 30 Grad gemessen. Gleichzeitig erreichten Länder wie die Türkei Extremwerte von bis zu 50 Grad, während große Teile Südeuropas mehrfach von intensiven Hitzewellen betroffen waren.
Die Auswirkungen sind vielfältig: Rund 70 Prozent der Flüsse führten weniger Wasser als üblich, Gletscher verloren massiv an Eis, und die Schneebedeckung lag deutlich unter dem Durchschnitt. Auch die Meere erwärmten sich weiter – 86 Prozent der europäischen Gewässer waren von marinen Hitzewellen betroffen, mit spürbaren Folgen für Ökosysteme.
Zudem erreichten Waldbrände neue Höchstwerte. Über eine Million Hektar Fläche wurden zerstört. Extreme Wetterereignisse wie Stürme und Überschwemmungen forderten Todesopfer und trafen tausende Menschen.
Experten warnen, dass das Ziel, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, kaum noch erreichbar ist. Bereits jetzt liegt die Erwärmung darüber. Gleichzeitig gibt es aber auch einzelne positive Entwicklungen: Der Anteil erneuerbarer Energien wächst weiter und lag 2025 bei rund 46 Prozent der Stromerzeugung in Europa.
Dennoch bleibt der Handlungsdruck hoch. Ohne deutlich schnellere und konsequentere Maßnahmen dürfte sich die Lage weiter verschärfen – auch durch zusätzliche Klimaphänomene wie „El Niño“, die die Temperaturen weiter antreiben können.
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