Kurz vor dem endgültigen Abgang von der großen Pharma-Bühne hat es Purdue nun auch offiziell: Mitschuldig an der Opioidkrise – schriftlich bestätigt, quasi als Abschiedsurkunde.
Vor Gericht in Newark durfte sich das Ganze dann wie eine Mischung aus Beichtstuhl und Pflichtveranstaltung anfühlen. Dutzende Betroffene und Angehörige schilderten ihr Leid, während Purdue-Chef Steve Miller die wohl unangenehmste To-do-Liste seiner Karriere abarbeitete: „Bitte jetzt entschuldigen.“ Anweisung von oben – diesmal von der Richterin.
Und weil man schon dabei war, entschuldigte sich gleich auch noch die US-Regierung mit. Man habe beim Schutz der Bevölkerung „versagt“. Spät, aber immerhin – besser als gar nicht, könnte man sagen, wenn es nicht um eine der größten Medikamentenkrisen der Geschichte ginge.
Der Hintergrund ist bekannt: Das Schmerzmittel OxyContin wurde jahrelang aggressiv vermarktet – Risiken? Eher Fußnote. Hauptsache, die Verschreibungen liefen. Angeblich half man dabei auch ein wenig nach – mit finanzieller „Motivation“ für Ärzte und Praxen. Nennen wir es mal… kreative Vertriebsstrategie.
Das Ergebnis: Milliardenstrafen, ein Unternehmen in der Insolvenz und ein Image, das selbst mit acht Milliarden Dollar kaum zu reparieren ist.
Ab dem 1. Mai ist dann Schluss mit Purdue. Die Reste – Vermögen, Wissen und wohl auch ein Teil der Verantwortung – wandern zu einer neuen Firma namens Knoa Pharma. Klingt nach Neustart, fast wie ein Rebranding mit frischem Anstrich.
Die Aufgabe: Entschädigungen organisieren und irgendwie das Chaos verwalten, das andere angerichtet haben.
Man könnte sagen: Der Vorhang fällt – aber das Stück ist noch lange nicht zu Ende.
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