Noch bevor bei der WM überhaupt der erste Ball für England rollt, hat der englische Fußballverband FA bereits Fakten geschaffen: Nationaltrainer Thomas Tuchel bleibt bis nach der Heim-EM 2028 im Amt. Ganz ohne Absicherung läuft die Verlängerung allerdings nicht. FA-Geschäftsführer Mark Bullingham bestätigte nun, dass der neue Vertrag leistungsabhängige Klauseln enthält.
Verlängerung bis 2028 – aber nicht bedingungslos
Tuchel hatte seinen Posten als englischer Nationaltrainer offiziell Anfang 2025 übernommen. Ursprünglich war sein Vertrag nur bis zum Ende der laufenden Weltmeisterschaft ausgelegt. Bereits vor Turnierbeginn einigten sich beide Seiten jedoch auf eine Verlängerung bis zur Europameisterschaft 2028, die in Großbritannien und Irland stattfinden wird.
Die FA stellte allerdings klar, dass der neue Vertrag keineswegs ein Freifahrtschein ist. Zwar wollte Bullingham keine Details nennen, bestätigte aber ausdrücklich, dass Leistungsvereinbarungen Bestandteil des Vertrags sind.
„In jedem Vertrag beim Verband gibt es Leistungsklauseln“, sagte Bullingham.
WM-Erfolg bleibt entscheidend
Als Tuchel Ende 2024 verpflichtet wurde, erhielt er eine klare Mission: England endlich zum zweiten WM-Titel nach 1966 zu führen.
Dass die FA den Vertrag trotzdem schon vor dem Turnier verlängerte, hatte für Kritik gesorgt. Bullingham verteidigte die Entscheidung jedoch energisch.
Der Verband habe einen Trainer verpflichten wollen, der international gefragt sei. Man könne nicht erwarten, dass ein Spitzencoach einfach abwarte, wie ein Turnier ausgehe, bevor über die Zukunft entschieden werde.
Heim-EM 2028 im Fokus
Nach Angaben des Verbands war die Heim-Europameisterschaft 2028 ein wesentlicher Grund für die frühzeitige Vertragsverlängerung.
Die FA wolle für dieses Turnier maximale Stabilität schaffen und verhindern, dass während der WM ständig über die Zukunft des Trainers diskutiert werde.
„Wir wollten nicht, dass diese Frage während des Turniers ständig im Raum steht“, erklärte Bullingham.
Keine Ausstiegsklausel für Tuchel
Interessant ist auch: Nach Angaben der FA gibt es offenbar keine einfache Ausstiegsmöglichkeit für Tuchel selbst.
Auf die Frage, ob der Trainer den Vertrag vorzeitig kündigen könne, antwortete Bullingham knapp:
„Wir können ihn an den Vertrag binden.“
Hitzeschlacht bei der WM
Parallel äußerte sich der FA-Chef zu den extremen Bedingungen bei der Weltmeisterschaft in Nordamerika.
Wegen der hohen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit hat die FIFA verpflichtende Trinkpausen eingeführt. Bullingham hält diese Maßnahme für unverzichtbar.
Gerade europäische Mannschaften hätten mit den klimatischen Bedingungen zu kämpfen. Die Unterbrechungen dienten daher vor allem dem Spielerschutz.
Für die Heim-EM 2028 erwartet er solche Maßnahmen allerdings nicht.
„Ich glaube nicht, dass wir bei der Europameisterschaft Trinkpausen brauchen werden“, sagte Bullingham.
Auftakt gegen Kroatien
Für England beginnt die Weltmeisterschaft am Mittwochabend mit dem ersten Gruppenspiel gegen Kroatien in Arlington, Texas.
Dann wird sich zeigen, ob die frühe Vertragsverlängerung ein kluger Schachzug der FA war – oder ob die Leistungsklauseln im Tuchel-Vertrag schneller relevant werden als den Engländern lieb ist.
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