Startseite Allgemeines Energie Cottbus:Aufgestiegen, ausgeschlafen – aber noch nicht aufgewacht
Allgemeines

Energie Cottbus:Aufgestiegen, ausgeschlafen – aber noch nicht aufgewacht

HtcHnm (CC0), Pixabay
Teilen

Kaum ist Energie Cottbus zurück in der 2. Bundesliga, beginnt auch schon die traditionelle Vorbereitung auf eine Saison voller Hoffnung, Nervosität und unnötiger Gegentore.

Im Trainingslager lief es jedenfalls noch nicht so, dass man spontan den Aufstieg in die Bundesliga beantragen müsste. Gegen Mladá Boleslav setzte es ein 2:4, gegen Altglienicke reichte es nur zu einem 1:1 und Herthas zweite Mannschaft gewann sogar mit 3:1.

Man könnte sagen: Die Ergebnisse sind ausbaufähig. Als Energie-Fan sagt man eher: Na wunderbar, genau dafür habe ich mich monatelang auf die neue Saison gefreut.

Trainer Claus-Dieter Wollitz gefällt vor allem nicht, dass derzeit jeder ein bisschen für sich spielt. Die Mannschaft wirke noch nicht wie eine Einheit. Einige seien vielleicht vom Aufstieg noch zufrieden, andere mental müde.

Mental müde? Die Saison hat noch nicht einmal angefangen. Wir Fans sind seit Jahrzehnten mental müde und stehen trotzdem wieder im Stadion.

Die Aufstiegsparty wirkt noch nach

Wollitz beschreibt die vergangenen Wochen ziemlich treffend: erst Erfolg, dann Feiern, dann Urlaub – und nun soll plötzlich wieder konzentriert Fußball gespielt werden.

Das ist natürlich ein harter Übergang. Eben lag man noch mit Sonnenbrille am Pool, jetzt soll man gegen Hannover Zweikämpfe gewinnen und Laufwege einhalten. Man kann von einem Fußballprofi schließlich nicht alles gleichzeitig verlangen.

Besonders die Leistungsträger der vergangenen Saison sucht der Trainer derzeit noch in jener Form, die Energie den Aufstieg gebracht hat. King Manu, Lukas Michelbrink, Jonas Pelivan und Erik Engelhardt müssten voll da sein, damit die Mannschaft funktioniere.

Das klingt beruhigend. Wir sind also nur davon abhängig, dass mehrere zentrale Spieler gleichzeitig fit, konzentriert und in Bestform sind. Was soll da schon schiefgehen?

Borgmann und Cigerci fehlen weiter

Kapitän Axel Borgmann arbeitet nach seiner Schambeinentzündung noch am Comeback. Auch Tolcay Cigerci ist angeschlagen und konnte bislang nicht vollständig mittrainieren.

Damit fehlen ausgerechnet zwei erfahrene Spieler, die der Mannschaft Struktur geben sollen. Struktur wäre momentan ganz praktisch, denn in den Testspielen wirkte Energie phasenweise so sortiert wie eine Reisegruppe, deren Busfahrer plötzlich verschwunden ist.

Gleichzeitig müssen zahlreiche Neuzugänge integriert werden. Die sollen sich möglichst schnell an die Mannschaft, das System und das höhere Niveau der 2. Bundesliga gewöhnen.

Am besten bis gestern.

Wollitz schlägt Alarm – bleibt aber gelassen

Wollitz macht deutlich, dass die Mannschaft noch einige Spiele benötigen wird. Gleichzeitig verspricht er, Veränderungen vorzunehmen und die Spieler „auf diese Reise mitzunehmen“.

Als Energie-Fan kennt man solche Reisen. Sie beginnen mit großen Hoffnungen, führen über mehrere Baustellen und enden häufig an einem verregneten Freitagabend in irgendeinem Stadion, in dem wir nach 20 Minuten bereits 0:2 zurückliegen.

Trotzdem hat Wollitz recht: Nach einem Aufstieg läuft nicht automatisch alles weiter wie zuvor. Die 2. Bundesliga wartet nicht höflich, bis Energie wieder im Rhythmus ist. Dort werden Fehler schneller bestraft, Zweikämpfe härter geführt und Chancen konsequenter genutzt.

Gegen Hannover sollte die Mannschaft deshalb möglichst nicht erst in der 70. Minute feststellen, dass die Saison begonnen hat.

Noch kein Grund zur Panik – aber zum Augenrollen

Natürlich sind Testspiele nur Testspiele. In der Vorbereitung werden Beine schwer, Formationen ausprobiert und Ergebnisse gern für unwichtig erklärt – zumindest dann, wenn man verliert.

Vielleicht ist der holprige Start sogar hilfreich. Lieber jetzt ein paar Warnschüsse kassieren als später überrascht feststellen, dass Zweitligisten nicht nur zum Gratulieren nach Cottbus kommen.

Als Fan bleibt also die übliche Mischung aus Sorge und Trotz. Wir wissen, dass noch viel Arbeit nötig ist. Wir wissen aber auch, dass Wollitz die Mannschaft wachrütteln kann.

Bis zum Saisonstart gegen Hannover sollte aus elf Einzelspielern allerdings wieder ein Team geworden sein.

Denn wir sind endlich wieder in der 2. Bundesliga. Es wäre schön, wenn die Mannschaft das bis dahin ebenfalls bemerkt.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Richtungswahl in Michigan: Demokraten ringen um ihre politische Zukunft

Die demokratische Senatsvorwahl in Michigan am 4. August gilt als eine der...

Allgemeines

Kongress verschärft Debatte über Beziehungen zu Mitarbeitern

In Washington geraten die Liebesbeziehungen von Abgeordneten zunehmend ins Visier der Ethikdebatte....

Allgemeines

Mauretanien: Eine Reise in eines der unbekanntesten Länder der Welt

Fast vollständig von der Sahara bedeckt, gehört Mauretanien zu den am dünnsten...

Allgemeines

Vier Särge, vier Familien – die menschlichen Opfer des Iran-Krieges

Auf dem Rollfeld der Dover Air Force Base herrschte bedrückende Stille. Militärische...