Ganz ehrlich: Ich kann diese Strafe gegen Energie Cottbus nicht verstehen. Ja, Pyrotechnik ist verboten. Ja, ein Platzsturm war untersagt. Das weiß jeder. Aber wer den 16. Mai 2026 in Regensburg erlebt hat, weiß auch: Das war kein gewöhnlicher Spieltag.
Nach all den Jahren, all den Rückschlägen und all den bitteren Momenten war Energie endlich wieder da. Zurück in der 2. Bundesliga! Nach dem Schlusspfiff brachen einfach alle Dämme. Fans, Spieler und Mitarbeiter lagen sich in den Armen, Freudentränen flossen, das ganze Stadion war voller rot-weißer Glückseligkeit. Das war keine Randale, das war pure Erlösung.
Und was macht der DFB? Er schickt die Rechnung.
59.750 Euro! Da fragt man sich schon, ob in Frankfurt wirklich noch jemand versteht, was Fußball für die Menschen bedeutet. Wahrscheinlich sitzt da irgendwo einer mit Taschenrechner und Gebührenordnung und zählt Fackeln, während in Regensburg gerade ein ganzer Verein nach Jahren des Leidens wiederauferstanden ist. Typisch DFB: Wo Emotionen sind, lässt sich offenbar auch noch etwas für die Kasse herausholen.
Natürlich kann man Regeln nicht einfach komplett ignorieren. Aber es muss doch möglich sein, besondere Situationen auch besonders zu bewerten. Dieser Platzsturm war keine aggressive Aktion gegen Spieler oder Ordner. Es war eine friedliche Aufstiegsfeier. Ein historischer Moment für unseren Verein und unsere Region. Etwas, worüber wir noch in Jahrzehnten sprechen werden.
Immerhin dürfen 19.900 Euro in Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen investiert werden. Trotzdem fehlen dem Verein fast 60.000 Euro – Geld, das Energie im Konkurrenzkampf der 2. Bundesliga dringend für ganz andere Dinge brauchen könnte.
Dass der Verein nun unter dem Motto „Gemeinsam aufgestiegen – gemeinsam einstehen“ seine Fans um Unterstützung bittet, ist nachvollziehbar. Mit den Energiebündeln für zehn, fünfzehn oder zwanzig Euro kann jeder einen kleinen Beitrag leisten. Mehr als 13.000 Euro sind bereits zusammengekommen. Das zeigt einmal mehr, was diese Gemeinschaft ausmacht.
Dass Energie möglicherweise auch auf einzelne Platzstürmer zugeht, gefällt mir persönlich trotzdem nicht besonders. Andererseits: Was soll der Verein machen? Die Strafe ist da, das Geld fehlt, und finanziell wird es möglicherweise kaum einen anderen Weg geben. Schön ist das nicht. Aber verantwortlich für diese Lage ist am Ende vor allem ein Verband, der bei einer friedlichen Aufstiegsfeier wieder einmal keinerlei Gespür für Verhältnismäßigkeit zeigt.
Der 16. Mai bleibt trotzdem unvergessen. Der DFB kann Rechnungen verschicken, wie er will. Diesen Moment nimmt uns niemand mehr.
Einmal Energie, immer Energie!
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