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Ein Schiff wird kommen

CharlesRondeau (CC0), Pixabay
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Nach der Unterzeichnung des Rahmenabkommens zur Beendigung des Iran-Krieges kehrt vorsichtig Leben auf eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt zurück. Erstmals seit Wochen haben wieder mehrere Frachtschiffe die strategisch bedeutende Straße von Hormuz passiert – ein kleines, aber wichtiges Signal der Entspannung für die globalen Energie- und Rohstoffmärkte.

Nach Angaben des Datenanalyseunternehmens Kpler verließen bis zum frühen Abend mindestens acht Frachter den Persischen Golf durch die Meerenge. Darunter befanden sich auch mehrere saudi-arabische Öltanker, die jeweils rund zwei Millionen Barrel Rohöl geladen hatten. Für die internationale Wirtschaft ist jede sichere Passage durch Hormuz von enormer Bedeutung, da ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Gasexports über diese Route abgewickelt wird.

Von einer Rückkehr zum Normalbetrieb kann jedoch noch keine Rede sein. Die acht registrierten Durchfahrten entsprechen zwar ungefähr dem Durchschnitt der vergangenen Woche, liegen aber weit unter dem Vorkriegsniveau. Vor dem Ausbruch der Kämpfe Ende Februar wurden laut dem Schifffahrtsmagazin „Lloyd’s List“ täglich rund 120 Schiffe in der Meerenge gezählt.

Unter den Schiffen, die die Passage wagten, befand sich auch die unter französischer Flagge fahrende „Mraikh“. Der LNG-Tanker der französischen Tochtergesellschaft des norwegischen Unternehmens Knutsen OAS Shipping hatte laut Kpler in Katar rund 76.535 Tonnen Flüssigerdgas geladen. Ziel der Reise ist Pakistan.

Die Zahlen verdeutlichen, wie stark der Konflikt den Schiffsverkehr beeinträchtigt hat. Seit Beginn des Krieges am 28. Februar haben laut Kpler insgesamt nur 15 LNG-Tanker den Persischen Golf mit Ladung verlassen. Alle transportierten Flüssigerdgas aus Katar oder den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Auch wenn die Straße von Hormuz noch weit von ihrer gewohnten Auslastung entfernt ist, beobachten Märkte und Reedereien die Entwicklung mit Hoffnung. Die ersten Schiffe sind unterwegs – nun wartet die Welt darauf, dass aus einzelnen Passagen wieder ein stetiger Strom des Welthandels wird. Denn für viele Länder gilt derzeit: Ein Schiff wird kommen. Und mit ihm vielleicht ein Stück Normalität.

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