Kaum bekommt Bayer Leverkusen den nächsten Transfer eingetütet, klopft schon wieder jemand von innen an die Ausgangstür. Exequiel Palacios soll über einen Wechsel nachdenken, am liebsten natürlich in die Premier League und dort bitte direkt zu einem Spitzenklub. Man hat schließlich Ansprüche.
Als Bayer-Fan kann man darüber enttäuscht sein. Palacios spielt seit 2020 in Leverkusen, hat große Spiele gemacht und gehört grundsätzlich zu den Leistungsträgern. Aber ganz ehrlich: Reisende sollte der Verein nicht halten.
Wer gedanklich schon in England spielt, soll sich bitte auch ein passendes Angebot besorgen. Denn Interesse allein bezahlt weder einen Nachfolger noch die Stadionwurst. Ipswich Town soll angefragt haben, doch das ist Palacios offenbar nicht vornehm genug. Er sieht sich bei einem Topklub. Das Problem: Die Topklubs sehen ihn derzeit anscheinend noch nicht bei sich.
Sportchef Simon Rolfes bleibt deshalb angenehm entspannt. Palacios hat Vertrag bis 2030 und Bayer muss ihn weder verschenken noch mit einer Schleife versehen am Flughafen abliefern. Unter 40 Millionen Euro dürfte ohnehin wenig passieren. Und das ist auch richtig so.
Wenn ein englischer Verein ordentlich zahlt und Leverkusen einen starken Ersatz bekommt, kann man über einen Verkauf reden. Bayer hat in den vergangenen Jahren oft genug gezeigt, dass ein Abgang nicht automatisch den Weltuntergang bedeutet. Manchmal kommt sogar jemand Neues, bei dem wir drei Wochen später behaupten, wir hätten sein Talent selbstverständlich schon seit der U17 verfolgt.
Ein Wechsel zu RB Leipzig sollte dagegen bitte direkt in den Papierkorb wandern. Einen direkten Konkurrenten stärker zu machen, wäre ungefähr so sinnvoll, wie dem Nachbarn den Rasenmäher zu leihen, damit er den eigenen Garten schöner bekommt als unseren.
Palacios darf sich also gerne in Richtung Premier League orientieren. Aber nur zu Leverkusener Bedingungen. Bayer ist kein Reisebüro für wechselwillige Profis und auch kein Sonderpostenmarkt.
Bleibt er, soll er sich voll reinhängen. Geht er, soll die Ablöse stimmen. Und wenn der angebliche Topklub am Ende doch nicht anruft, steht sein Spind in Leverkusen vermutlich noch dort, wo er ihn verlassen hat.
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