Die Zukunftsperspektiven von Deutschland

Seit etwa 2012 steigt die Einwohnerzahl durch den hohen Zulauf von Einwanderer in Deutschland beständig an. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes lebten Ende 2016 circa 82,8 Millionen Menschen in Deutschland. Somit ist die Zahl der Einwohner auf einen neuen Höchststand gestiegen. Wie sieht jedoch die Perspektive der Zukunft von Deutschland aus?

In städtischen Ballungsräumen ist zwar zur Zeit ein Wachstum von Einwohnern zu verzeichnen, dagegen verlieren ländliche Regionen dramatisch viele der dort ansässigen Bürger. Daher wird es bereits heute schon immer schwieriger, auf dem Land eine gut funktionierende Infrastruktur zu gewährleisten. Allein die Mobilität, die ärztlichen Versorgung, soziale Einrichtungen und auch die Aufrechterhaltung von Kindergärten kann durch diese Entwicklung auf Dauer nicht mehr sichergestellt werden.Auf immer mehr Alte – folgen immer weniger Geburten

Seit 1972 begannen die geburtenschwachen Jahrgänge und ab da gab es bundesweit kontinuierlich mehr Sterbefälle als Geburten. Weltweit liegt Deutschland bei den Geburtsraten statistisch weit im unteren Bereich. Mittlerweile werden je Frau im Schnitt nur noch 1,2 bis 1,6 Kinder zur Welt gebracht. Nach Expertenmeinungen wird sich an diesem niedrigen Niveau auch in nächster Zeit nichts ändern.

Zwischen 730.000 und 770.000 Geburten standen im Jahre 2016 etwa 900.000 bis 940.000 Sterbefällen gegenüber. Das sich daraus ergebende Defizit bei den Geburten liegt somit bei 150.000 und 190.000. Aufgrund der Umstellung bei der Erhebung von Bevölkerungsstatistiken auf ein neues Aufbereitungsverfahren, sind dies vorerst nur Schätzungen und die endgültigen Zahlen liegen noch nicht vor.

Durch ein ständig wachsendes Durchschnittsalter in der Bevölkerung und die weiter sinkende Anzahl von Menschen im erwerbsfähigen Alter, ist schon jetzt mit erheblichen Versorgungslücken besonders im Bereich der sozialen Absicherungen zu rechnen. Berechnungen zu Folge erwarten wir im Jahre 2030 bundesweit eine Steigerung von 50 Prozent bei den über 80-Jährigen auf über 6,3 Millionen.

Ab etwa diesem Zeitraum wird die Zahl der Sterbefälle, die Zahl der Geburten und Zuwanderer noch einmal deutlich übersteigen, so dass mit einer stetig sinkenden Einwohnerzahl zu rechnen ist. Natürlich sind das alles nur vorläufige Prognosen, doch die jetzigen Perspektiven gehen deutlich in diese Richtung.

Helfen die ständig wachsenden Anstürme von Zuwanderern dem Land?

Ob die Zahl der Zuwanderer in den nächsten Jahren zu einem wichtigen Faktor für die Entwicklung in der Bevölkerung werden kann, ist noch sehr unsicher. Besonders in dem Bereich der Migration können hier keine fundierten Aussagen getroffen werden.

Allein im Jahr 2015 kamen mehr als eine Million Menschen nach Deutschland, die vor Krieg und Verfolgung aus ihren Heimatländern auf der Flucht waren. Bis heute gibt es weitgehend skeptische Meinungen, ob Deutschland wirklich in der Lage ist, solch einen Ansturm überhaupt bewältigen zu können.

Vor allem wäre eine schnelle Integration dieser Menschen erforderlich, damit sie in den Arbeitsmarkt integriert werden könnten. Das ist aber nur durch hohe öffentliche Investitionen für Sprachkurse, den Lebensunterhalt, die Berufsvorbereitung und auch nachträgliche Qualifizierungen möglich.

Wie sicher bleiben die sozialen Systeme?

Schon jetzt steht fest, dass der demografische Wandel all unsere sozialen Sicherungssysteme wie die Kranken-, die Pflege- und Rentenversicherung stark belasten wird. Heute fangen 100 erwerbstätige Menschen die Ausgaben für etwa 58 Rentner auf. Bereits im Jahre 2050 stehen nur noch 60 Erwerbstätige den dann circa 70 Rentenempfängern gegenüber. Die negativen Auswirkungen auf die gesamte Rentensituation in Deutschland sind mittlerweile für jedermann offensichtlich.

Doch auch die Entwicklungen, die sich in der Kranken- und Pflegeversicherung abzeichnen, sind nicht weniger dramatisch. Durch das im Laufe der Jahre ständig steigende Durchschnittsalter in der Bevölkerung ist auch ein Anstieg der Kosten im Gesundheitswesen nicht zu bremsen.

Im Gegensatz der Kosten für einen 30-Jährigen sind diese bei einem 60-Jährigen 2,8 mal und bei einem 80-Jährigen 5,7 mal so hoch. Heute leben in Deutschland etwa 20,5 Millionen Menschen, die 60 Jahre und älter sind. Bis zum Jahr 2030 wird diese Zahl auf 28 Millionen ansteigen.

Nicht anders gestaltet sich die Situation bei der Pflegeversicherung. Heute gibt es circa 3,6 Millionen Menschen, die über 80 Jahre alt sind. Bereits im Jahre 2030 werden es mehr als 6 Millionen sein und 2050 rund 9 Millionen die Gesamtbevölkerung von Deutschland ausmachen.

Das Risiko des Pflegefalls ist bis zum 60. Lebensjahr noch sehr gering. Jedoch steigt es danach relativ steil an. Wenn man die zahlenmäßige Gesamtentwicklung der Altersgruppen betrachtet, wird deutlich, welche Gefahr dort in den nächsten Jahren im Bereich der Pflegeabsicherung lauert. Es wird ein Mangel an Fachkräften herrschen und soziale Einrichtungen werden auch nicht mehr ausreichend zur Verfügung stehen.

Die Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt

Die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter sinkt, obwohl derzeit die Bevölkerung gewachsen ist. Das liegt zum einen an der ständig voranschreitenden Alterung im Land und zum anderen an dem starken Zulauf von Flüchtlingen. Bei der Erfassung der Bevölkerungszahlen werden alle Einwohner erfasst, die ihren Hauptwohnsitz in Deutschland haben. Dadurch werden auch alle Asylanten und Flüchtlinge mit eingerechnet, die zwar hier gemeldet sind, jedoch in keinem Arbeitsverhältnis stehen.

Bei den heutigen Voraussetzungen, dass ein Berufsleben mit dem 20. Lebensjahr beginnt und mit dem 65. oder 67. endet, werden demnach jedes Jahr mehr Menschen aus dem Berufsleben ausscheiden und immer weniger nachrücken. Bereits in 20 Jahren wird dieses Verhältnis einen mehr als ungünstigsten Stand erreicht haben.

Von 2026 bis 2033 wird die Zahl derer die 65 Jahre alt werden, die Anzahl der dann 20-Jährigen um 500.000 übersteigen. Im Laufe der folgenden Zeit, wird sich die Anzahl der jungen Menschen immer weiter verringern, da dann die letzten der geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen werden. Dies wird auch einen enormen Einfluss auf den gesamten Arbeitsmarkt, die wirtschaftliche Lage und auf das Bruttosozialprodukt nehmen.

Ein erheblicher Teil der Arbeitslosigkeit auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist darauf zurückzuführen, dass entweder die Qualifikation oder auch der Einsatzort von Arbeitgebern und Arbeitssuchenden nicht zueinander passen. Auch durch die demografische Entwicklung ist dieses Missverhältnis nicht zu beseitigen.

Ebenso wird die Zahl der Kinder und Schulkinder stark sinken. Wo heute noch in manchen Regionen ein Mangel an Kindergärten besteht, wird etwa 2050 ein deutlicher Leerstand herrschen. Von derzeit 20 Prozent des Anteils der unter 20-Jährigen wird dieser bis 2050 auf etwa 15 Prozent sinken.

Höhere Lebenserwartung und schlechte Perspektive

Die Lebenserwartung in Deutschland steigt ständig an. Hiervon sind Männer und Frauen gleichermaßen betroffen. Im Jahre 2050 liegt die durchschnittliche Lebenserwartung der Männer bei 83,5 Jahren und die der Frauen bei 88,0 Jahren. Das Bedeutet eine Steigerung von etwa 7,5 Jahren zu der aktuellen Lebenserwartung. Wer in dem Jahr die 60 Jahre erreicht, hat dann noch eine Lebenszeit von über 20 Jahren vor sich.

Im Jahre 1957 wurde das durch Umlagen finanzierte Rentensystem eingeführt. Die damalige Bezugsdauer der Rente lag bei etwa 8 Jahren. Diese ist inzwischen auf durchschnittlich 18 Jahre gewachsen. Erschwerend hinzu kommt der fehlenden Nachwuchs, der für die weitere Finanzierung dieses Systems nötig wäre. All das zusammen wird das Armutsrisiko in Deutschland signifikant ansteigen lassen. Ganz zu schweigen von einer stetig steigenden Inflationsrate, der durch nur geringe Rentenerhöhungen kein Einhalt geboten wird.

Der Sozialstaat Deutschland basierte aus der Vergangenheit auf der Annahme, dass ein starkes Wirtschaftswachstum, eine niedrige Arbeitslosigkeit und stabile Familienstrukturen die Basis für eine gesunde Solidargemeinschaft bilden.

Selbst ein Land wie Deutschland ist auf ein ständig sinkendes Produktivitätswachstum und damit verbundenes geringeres Bruttosozialprodukt, Dauerarbeitslosigkeit, eine niedrige Fertilitätsrate, hohe Scheidungsquoten und Single-Haushalte nicht ausgerichtet. Auch dem damit verbundenen sozialen Standard und einer hohen globalen Armutszuwanderung ist dieses Land nicht gewappnet.

Etwa noch knapp 10 Jahre hat Deutschland Zeit, bis sich die ersten drastischen Folgen des demografischen Wandels immer rascher und deutlicher zeigen werden. Bis dahin sollten einige Lösungsmöglichkeiten gefunden und nicht nur diskutiert werden, damit für alle Einwohner dieses Landes ein ausreichender Lebensstandard gesichert werden kann.

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  1. H.P. 2. Juli 2017

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