Startseite Allgemeines Die Datenspeicher von morgen – oder: Wie wir unseren digitalen Müll für 10.000 Jahre konservieren
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Die Datenspeicher von morgen – oder: Wie wir unseren digitalen Müll für 10.000 Jahre konservieren

Tumisu (CC0), Pixabay
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Die Menschheit hat ein neues Hobby: Daten produzieren. Milliarden Fotos von Katzen, Essensbildern, TikTok-Tänzen und Excel-Tabellen müssen inzwischen irgendwo gespeichert werden. Das Problem: Unsere heutigen Festplatten halten oft kürzer als ein durchschnittliches Smartphone-Ladekabel.

Deshalb tüfteln Forscher und Tech-Konzerne fieberhaft an Datenspeichern für die Ewigkeit. Ziel ist es offenbar, dass auch Menschen im Jahr 12.026 noch nachvollziehen können, was Kevin 2024 zu Mittag gegessen hat.

Die aktuelle Technik stößt nämlich an ihre Grenzen. Festplatten müssen ständig ersetzt werden, Serverräume verschlingen Strom wie Kleinstädte und niemand weiß mehr, wie man alte Dateien öffnet. Viele Menschen kennen das Problem bereits: Da findet man ein Dokument von 2007 und der Computer reagiert darauf wie auf eine ägyptische Hieroglyphe.

Die NASA durfte das schon vor Jahrzehnten erleben. Als alte Weltraumdaten aus den 1970ern gebraucht wurden, stellte man fest: Super, die Daten existieren noch – nur leider nicht mehr die Geräte, um sie auszulesen. Also musste man praktisch archäologische Ausgrabungen im Technikmuseum betreiben.

Nun soll DNA alles retten. Ja, richtig gelesen: Unsere Daten könnten künftig in künstlicher DNA gespeichert werden. Damit wäre theoretisch genug Platz vorhanden, um das gesamte Internet auf etwas zu speichern, das aussieht wie ein besonders ambitioniertes Biologieprojekt. Der Haken: Das Auslesen dauert aktuell ungefähr so entspannt wie Steuererklärung auf Altgriechisch.

Auch Glasspeicher gelten als Hoffnungsträger. Microsoft experimentierte mit Glasplatten, die Daten angeblich 10.000 Jahre überleben sollen. Praktisch also die moderne Version der Steintafel – nur mit mehr Stromverbrauch und weniger Moses.

Forscher versprechen dabei eine digitale Ewigkeit. Man fragt sich allerdings schon jetzt, wie zukünftige Zivilisationen reagieren werden, wenn sie unsere sorgfältig konservierten Daten entdecken: Milliarden Selfies, peinliche WhatsApp-Chats und 400 Versionen derselben PowerPoint-Präsentation.

Vielleicht kommen Archäologen der Zukunft dann zu dem Schluss: „Diese Kultur war technisch hochentwickelt – aber emotional sehr abhängig von Katzenvideos.“

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