Während Verbraucher weltweit unter steigenden Energiepreisen, Inflation und wirtschaftlicher Unsicherheit leiden, verzeichnen zahlreiche Großkonzerne durch den Krieg zwischen den USA, Israel und Iran Rekordgewinne. Besonders profitieren Ölkonzerne, Großbanken, Rüstungsunternehmen – und paradoxerweise auch Teile der erneuerbaren Energiewirtschaft.
Der Konflikt zeigt erneut, wie Kriege massive wirtschaftliche Verwerfungen erzeugen – und gleichzeitig enorme Gewinne für bestimmte Branchen ermöglichen.
Öl- und Gaskonzerne kassieren kräftig ab
Der wichtigste wirtschaftliche Effekt des Konflikts bleibt der massive Anstieg der Energiepreise. Die Straße von Hormus, durch die rund 20 Prozent des weltweiten Öl- und Gasexports transportiert werden, ist durch die militärischen Spannungen massiv beeinträchtigt.
Die Folge:
extreme Preisschwankungen an den Energiemärkten – und Milliardengewinne für internationale Ölriesen.
Besonders europäische Konzerne profitieren:
- BP verdoppelte seinen Gewinn im ersten Quartal 2026 auf 3,2 Milliarden Dollar.
- Shell steigerte den Gewinn auf fast 7 Milliarden Dollar.
- TotalEnergies meldete einen Gewinnsprung um fast ein Drittel auf 5,4 Milliarden Dollar.
Auch US-Konzerne wie ExxonMobil und Chevron übertrafen trotz Lieferproblemen die Erwartungen der Analysten.
Für viele Verbraucher bedeutet derselbe Markt dagegen:
- höhere Heizkosten,
- steigende Benzinpreise
- und neue Inflationsängste.
Banken verdienen an der Unsicherheit
Auch die großen Wall-Street-Banken profitieren massiv von der Krise. Die extremen Schwankungen an den Finanzmärkten sorgen für Rekordumsätze im Handelsgeschäft.
JP Morgan erzielte allein im Trading-Bereich 11,6 Milliarden Dollar Umsatz in nur drei Monaten. Insgesamt meldeten die sechs größten US-Banken zusammen fast 48 Milliarden Dollar Gewinn im ersten Quartal.
Die Mechanik dahinter:
Je größer die Unsicherheit an den Märkten, desto mehr wird gehandelt – und desto stärker steigen die Einnahmen der Investmentbanken.
Kritiker sehen darin erneut ein fragwürdiges System:
Während normale Haushalte unter Krieg und Inflation leiden, steigen die Gewinne der Finanzindustrie.
Rüstungsindustrie erlebt neuen Boom
Zu den klassischen Kriegsgewinnern zählt erneut die Rüstungsbranche.
Unternehmen wie:
- BAE Systems,
- Lockheed Martin,
- Boeing
- und Northrop Grumman
melden volle Auftragsbücher und steigende Nachfrage.
Vor allem westliche Regierungen investieren massiv in:
- Luftabwehrsysteme,
- Raketenabwehr,
- Drohnentechnik
- und neue Waffenlager.
Der Krieg dient dabei auch als politisches Argument für dauerhaft höhere Verteidigungsausgaben.
Selbst erneuerbare Energien profitieren
Bemerkenswert:
Auch Unternehmen aus dem Bereich erneuerbare Energien profitieren indirekt vom Konflikt.
Die Unsicherheit rund um Öl- und Gasversorgung verstärkt weltweit das Interesse an:
- Solarenergie,
- Windkraft,
- Wärmepumpen
- und Elektroautos.
Unternehmen wie:
- NextEra Energy,
- Vestas
- oder Ørsted
konnten deutliche Gewinnsteigerungen melden.
In Großbritannien stiegen laut Octopus Energy die Verkäufe von Solaranlagen seit Beginn der Krise um rund 50 Prozent.
Krieg als Geschäftsmodell?
Der Konflikt macht erneut sichtbar, wie eng geopolitische Krisen und wirtschaftliche Interessen miteinander verknüpft sind.
Während Staaten über Sicherheit, Diplomatie und militärische Eskalation sprechen, entstehen gleichzeitig gigantische Profite:
- an den Rohstoffmärkten,
- im Finanzsystem
- und in der Waffenindustrie.
Für viele Kritiker ist das eine unangenehme Realität moderner Kriege:
Je länger Unsicherheit und Konflikte andauern, desto mehr Branchen verdienen daran.
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