Nordkorea schweigt offiziell weiter über seine Verluste im Ukraine-Krieg. Doch ein neues Kriegsdenkmal in Pjöngjang liefert nun offenbar erstmals konkrete Hinweise auf das tatsächliche Ausmaß der nordkoreanischen Opfer im Einsatz für Russland.
Nach einer Analyse der BBC könnten rund 2.300 nordkoreanische Soldaten im Krieg gegen die Ukraine getötet worden sein.
Kim Jong Un lässt Gefallene ehren
Das monumentale Denkmal wurde auf Anweisung von Machthaber Kim Jong Un im Herbst 2025 errichtet und erinnert offiziell an die „Heldentaten“ nordkoreanischer Soldaten bei der „Befreiung der Region Kursk“.
Dabei hatte Nordkorea lange bestritten oder verschwiegen, überhaupt Soldaten nach Russland entsandt zu haben.
Inzwischen gilt jedoch als weitgehend gesichert:
Tausende nordkoreanische Soldaten wurden zur Unterstützung Russlands eingesetzt – offenbar im Austausch gegen:
- Lebensmittel,
- Geld,
- Energie
- und militärische Technologie aus Moskau.
Satellitenbilder zeigen gigantisches Ehrenmal
Die BBC wertete Satellitenbilder und offizielle Staatsmedienfotos aus. Das Ergebnis ist bemerkenswert:
Auf zwei jeweils rund 30 Meter langen Gedenkwänden sollen insgesamt etwa 2.300 Namen eingraviert sein.
Die Berechnung basiert auf:
- neun Namensfeldern pro Wand,
- rund 16 Spalten je Feld
- und acht Namen pro Spalte.
Sollte die Analyse zutreffen, würde das erstmals einen realistischen Einblick in die tatsächlichen Verluste Nordkoreas geben.
Hohe Verluste offenbar bewusst verschleiert
Besonders auffällig:
Nordkorea selbst veröffentlicht keinerlei offizielle Opferzahlen. Auch Russland schweigt über die Verluste der nordkoreanischen Truppen.
Südkoreanische Geheimdienste gehen inzwischen davon aus, dass:
- rund 11.000 nordkoreanische Soldaten nach Russland geschickt wurden,
- davon etwa 6.000 getötet oder verletzt wurden.
Das würde bedeuten, dass mehr als die Hälfte der eingesetzten Soldaten kampfunfähig geworden sein könnte.
Denkmal dient offenbar auch Propaganda
Experten sehen in dem gigantischen Memorial nicht nur eine Ehrung der Gefallenen, sondern auch ein innenpolitisches Signal.
Denn:
Die hohen Verluste könnten in Nordkorea Unmut auslösen – insbesondere bei den Familien der Soldaten.
Mit dem Denkmal versucht das Regime offenbar:
- die Opfer ideologisch zu rechtfertigen,
- Loyalität zu sichern
- und die militärische Kooperation mit Russland als patriotische Pflicht darzustellen.
Nordkorea immer tiefer im Russland-Krieg verstrickt
Das Denkmal zeigt zugleich, wie eng die militärische Zusammenarbeit zwischen Moskau und Pjöngjang inzwischen geworden ist.
Beobachter gehen davon aus, dass Russland Nordkorea im Gegenzug:
- mit Technologie,
- Rohstoffen,
- Waffenwissen
- und wirtschaftlicher Unterstützung versorgt.
Damit entsteht zunehmend eine internationale Allianz autoritärer Staaten, die trotz Sanktionen militärisch kooperieren und sich gegenseitig stabilisieren.
Die Botschaft des Denkmals scheint daher klar:
Nordkorea ist offenbar bereit, den Preis des Krieges mitzutragen – selbst wenn tausende eigene Soldaten dafür sterben.
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