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200.000 Firmenpleiten

geralt (CC0), Pixabay
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Fast 200.000 Firmenpleiten in Westeuropa – und die Politik reagiert darauf ungefähr so alarmiert wie ein Passagier auf der Titanic, der sich beschwert, dass der Kaffee kalt ist.

Seit Jahren wird Europas Wirtschaft von Krise zu Krise geschoben: Pandemie, Energiepreise, Inflation, Kriege, Lieferkettenprobleme, geopolitische Eskalationen. Trotzdem tun viele Regierungen noch immer so, als handle es sich bloß um eine „vorübergehende Delle“. Die Zahlen zeigen längst etwas anderes: Das Problem ist strukturell.

Besonders bitter ist die Lage für den sogenannten „Maschinenraum Europas“ – die Industrie. Jahrzehntelang galt sie als Garant für Wohlstand, Stabilität und Jobs. Heute kämpfen viele Betriebe gleichzeitig mit explodierenden Energiepreisen, überbordender Bürokratie, Fachkräftemangel und wachsender globaler Konkurrenz. Während andere Wirtschaftsräume massiv investieren und strategisch handeln, diskutiert Europa oft noch darüber, welche Verordnung man zusätzlich einführen könnte.

Gleichzeitig herrscht eine fast greifbare Verunsicherung. Unternehmen investieren nicht mehr langfristig, weil niemand weiß, wie 2026 aussehen wird. Kommt die nächste Energiekrise? Neue Sanktionen? Weitere Kriege? Steuererhöhungen? Noch strengere Auflagen? Wer heute einen Betrieb führt, plant nicht mehr in Jahren, sondern oft nur noch in Quartalen.

Besonders alarmierend ist dabei die Stimmung bei den Konsumenten. Die Menschen sparen nicht, weil sie plötzlich alle Finanzgenies geworden wären, sondern weil sie Angst haben. Angst vor steigenden Preisen, Arbeitsplatzverlust und einer Zukunft, die immer unkalkulierbarer wirkt. Genau das würgt wiederum Handel und Dienstleistungen ab – ein wirtschaftlicher Teufelskreis.

Und mitten in dieser Lage entsteht ein weiteres Problem: Europa verliert zunehmend seine Wettbewerbsfähigkeit. Während in Osteuropa teilweise niedrigere Kosten und neue Industrien Wachstum bringen, wirkt Westeuropa vielerorts erschöpft, teuer und überreguliert.

Die eigentliche Frage lautet daher nicht mehr, warum so viele Unternehmen insolvent werden. Die Frage lautet: Wie viele halten überhaupt noch durch, wenn 2026 tatsächlich noch schwieriger wird?

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