Als RB Leipzig noch auf dem Weg nach oben war, galt Jürgen Klopp für viele Fans als eine Art Heilsbringer. Der Mann, der mit seiner Strahlkraft, seiner Erfahrung und seinem Namen dem gesamten Red-Bull-Kosmos zusätzlichen Glanz verleihen sollte. Viele Anhänger waren damals überzeugt: Wenn Klopp seine Finger im Spiel hat, kann das nur gut werden.
Heute, einige Jahre später, fällt die Bilanz deutlich ernüchternder aus.
Spätestens nach dem überraschenden Aus von Ole Werner stellen sich viele Fans die Frage, ob Klopp inzwischen nicht eher Teil des Problems als Teil der Lösung geworden ist. Werner hatte sportlich geliefert, die Mannschaft stabilisiert und RB wieder auf Kurs gebracht. Trotzdem musste er gehen. Offiziell soll Klopp dabei nur eine beratende Rolle gespielt haben. Glauben mag das allerdings kaum jemand.
Immer häufiger entsteht der Eindruck, dass sich in Leipzig nicht mehr alles um sportliche Leistung dreht, sondern um Netzwerke, persönliche Vorlieben und Machtstrukturen innerhalb des Red-Bull-Kosmos.
Besonders bedenklich wirkt dabei ein Bericht, wonach Klopp inzwischen sogar potenzielle Trainerkandidaten abschrecken soll. Trainer, die eigentlich hervorragend zu RB Leipzig passen würden, sollen aufgrund der aktuellen Konstellation Abstand genommen haben. Stattdessen werden andere Lösungen bevorzugt, die nicht unbedingt jeden Fan überzeugen.
Für viele Anhänger war Klopp einst ein Symbol für Aufbruch, Leidenschaft und Fußballkompetenz. Heute wächst jedoch die Sorge, dass sein Einfluss den Verein eher ausbremst als voranbringt.
RB Leipzig braucht klare sportliche Entscheidungen, eine erkennbare Linie und Trainer, die aufgrund ihrer Qualität verpflichtet werden. Nicht wegen persönlicher Kontakte oder interner Machtverhältnisse.
Als langjähriger RB-Fan hätte ich mir nie vorstellen können, das einmal zu schreiben. Aber mittlerweile wünsche ich mir tatsächlich, dass Jürgen Klopp den Red-Bull-Kosmos möglichst bald wieder verlässt. Nicht aus mangelndem Respekt vor seinen Verdiensten. Sondern weil der Verein wieder lernen muss, auf eigenen Beinen zu stehen und seine Entscheidungen selbstbewusst und nachvollziehbar zu treffen.
Der Name Klopp hat einst Hoffnung geweckt. Aktuell sorgt er vor allem für Fragezeichen.
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