Die demokratische Kongresskandidatin Darializa Avila Chevalier gerät nach ihrem überraschenden Wahlsieg bei den Vorwahlen in New York weiter unter Druck. Recherchen von CNN zufolge enthielt ein inzwischen gelöschter X-Account (ehemals Twitter) zahlreiche Beiträge und Weiterleitungen mit positiven Bezügen zu kommunistischen Ideologien sowie historischen Persönlichkeiten wie Wladimir Lenin.
Avila Chevalier hatte vergangene Woche den langjährigen Kongressabgeordneten Adriano Espaillat bei den demokratischen Vorwahlen überraschend besiegt. Unterstützt wurde sie unter anderem vom New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani.
Lob für Marx, Lenin und kommunistische Literatur
Nach Angaben von CNN veröffentlichte beziehungsweise teilte Avila Chevalier zwischen 2020 und 2022 zahlreiche Beiträge, in denen marxistische Literatur empfohlen wurde. So bezeichnete sie Karl Marx‘ Werk „Das Kapital“ als Pflichtlektüre und kritisierte, öffentliche Bibliotheken würden zu wenig Literatur von Lenin und anderen marxistischen Autoren anbieten.
In weiteren Beiträgen wurde kommunistische Ideologie positiv dargestellt oder ironisch verteidigt. Auch Aussagen ehemaliger kommunistischer Revolutionäre sowie Beiträge mit Bezug auf Fidel Castro, Ho Chi Minh oder Kim Il Sung wurden demnach geteilt.
Weitere kontroverse Aussagen
Bereits zuvor hatte CNN über weitere gelöschte Beiträge berichtet. Darin forderte Avila Chevalier unter anderem die Abschaffung von Polizei, Gefängnissen und nationalen Grenzen. In einem weiteren Tweet schrieb sie, sie habe ihre schmutzigen Hände lieber an einer US-Flagge als an einer Serviette abgewischt.
Außerdem nahm sie an pro-palästinensischen Protesten teil und besuchte im Oktober 2023 eine Demonstration in New York, die einen Tag nach dem Hamas-Angriff auf Israel stattfand und bei der nach Medienberichten teilweise auch Sympathien für den Angriff geäußert wurden.
Kandidatin räumt Veränderung ein
Avila Chevalier hatte auf die Kritik bereits reagiert. Gegenüber CNN erklärte sie, sie habe sich seit den damaligen Beiträgen persönlich weiterentwickelt.
„Ich habe mich in den vergangenen Jahren erheblich verändert und konzentriere mich heute auf unsere Gemeinschaft und deren Zukunft.“
Vorwürfe von US-Präsident Donald Trump, sie sei Kommunistin, wollte sie zuletzt öffentlich nicht kommentieren.
Politische Debatte dürfte weitergehen
Die neu bekannt gewordenen Inhalte dürften den politischen Druck auf die demokratische Kandidatin weiter erhöhen. Während ihre Unterstützer auf ihre wissenschaftliche und gesellschaftspolitische Arbeit verweisen, sehen Kritiker in den veröffentlichten Beiträgen Hinweise auf eine ideologische Nähe zum Marxismus und Kommunismus.
Ob die Diskussion ihre Chancen bei der Kongresswahl beeinträchtigen wird, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Die Vergangenheit der jungen Demokratin dürfte den Wahlkampf in den kommenden Monaten weiter begleiten.
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