Die US-Regierung rückt von ihrer jahrzehntelang harten Linie beim Thema Cannabis ab – zumindest ein Stück weit. Das Justizministerium hat Marihuana teilweise neu eingestuft: Weg von der härtesten Kategorie („Schedule I“ wie Heroin), hin zu „Schedule III“, also in eine deutlich weniger strenge Klasse, vergleichbar mit codeinhaltigen Medikamenten.
Konkret betrifft das zunächst Cannabis-Produkte, die von der Arzneimittelbehörde FDA zugelassen sind oder über staatliche medizinische Programme laufen. Gleichzeitig wurde eine Anhörung angesetzt, die klären soll, ob diese Lockerung künftig für sämtliches Cannabis gelten soll.
Der Schritt geht auf eine Initiative von Präsident Donald Trump zurück, der bereits im vergangenen Jahr eine Neubewertung angestoßen hatte. Ziel: mehr Forschung, mehr medizinische Nutzung – und damit ein politisches Signal in Richtung Liberalisierung.
Doch ganz so weit ist es noch nicht. Auf Bundesebene bleibt Cannabis weiterhin illegal. Damit bleibt auch das bekannte Chaos bestehen: Während in vielen Bundesstaaten längst legal verkauft wird, gelten auf Bundesebene weiterhin strenge Regeln – ein Problem vor allem für Unternehmen, etwa bei Steuern oder Bankgeschäften.
Experten sprechen deshalb von einem eher symbolischen Schritt. Immerhin: Die neue Einstufung könnte die Forschung deutlich erleichtern und die Debatte verändern. Denn solange Cannabis offiziell als „ohne medizinischen Nutzen“ galt, war jede sachliche Diskussion politisch praktisch blockiert.
Jetzt könnte Bewegung in die Sache kommen. Mehr als zwei Drittel der Amerikaner sprechen sich inzwischen für eine vollständige Legalisierung aus. Der Druck wächst – auch auf Bundesebene.
Die eigentliche Frage bleibt jedoch: Reicht ein halber Schritt? Oder ist das nur der Anfang einer Entwicklung, an deren Ende die komplette Legalisierung steht?
Die nächsten Monate – und die angekündigte Anhörung im Juni – dürften darauf eine erste Antwort geben.
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