Der US-amerikanische Unternehmer und Biohacker Bryan Johnson hat bekannt gegeben, an einer Autoimmungastritis zu leiden. Die Diagnose erhielt der frühere Technologie-Manager nach eigenen Angaben im Mai 2026. Wie lange die Erkrankung bereits besteht, wisse er jedoch nicht.
In einem Beitrag in den sozialen Medien erklärte Johnson, dass sein Magen durch die Erkrankung gewissermaßen „sich selbst angreife“. Trotz der derzeit fehlenden Heilungsmöglichkeiten zeigt sich der 47-Jährige kämpferisch. Er ist überzeugt, dass eine Krankheit nicht zwangsläufig als unheilbar gelten müsse, nur weil bislang niemand eine erfolgreiche Therapie entwickelt habe. Gemeinsam mit seinem Team wolle er deshalb nach neuen Behandlungsmöglichkeiten suchen.
Was ist eine Autoimmungastritis?
Bei einer Autoimmungastritis handelt es sich um eine chronische Entzündung der Magenschleimhaut, die durch eine Fehlreaktion des Immunsystems ausgelöst wird. Dabei greift der Körper irrtümlich jene Zellen an, die für den Schutz und die Funktion der Magenschleimhaut verantwortlich sind.
Durch diese Autoimmunreaktion wird die schützende Schleimhaut nach und nach geschädigt. Langfristig kann dies zu einer sogenannten Magenschleimhautatrophie führen, bei der sich das Gewebe zunehmend zurückbildet.
Mögliche Beschwerden
Nicht jeder Betroffene entwickelt sofort Beschwerden. Treten Symptome auf, können diese unter anderem sein:
- Völlegefühl nach dem Essen
- Verdauungsbeschwerden
- Brennende oder nagende Schmerzen im Oberbauch
- Übelkeit
- Erbrechen
Da sich die Erkrankung häufig schleichend entwickelt, bleibt sie bei vielen Patienten über längere Zeit unentdeckt.
Ursachen noch nicht vollständig geklärt
Die genauen Ursachen der Autoimmungastritis sind bislang nicht vollständig erforscht. Experten gehen davon aus, dass mehrere Faktoren zusammenwirken. Neben einer genetischen Veranlagung scheinen auch das Alter sowie die Zusammensetzung des Darmmikrobioms eine Rolle zu spielen.
Darüber hinaus tritt die Erkrankung häufig gemeinsam mit anderen Autoimmunerkrankungen auf. Dazu gehören insbesondere die Hashimoto-Thyreoiditis sowie Typ-1-Diabetes. Auch ein Vitamin-B12-Mangel kann mit der Erkrankung in Zusammenhang stehen.
Johnson selbst erklärte, bereits seit längerer Zeit an einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse zu leiden.
Derzeit keine Heilung verfügbar
Nach aktuellem medizinischem Stand existiert keine zugelassene Therapie, mit der eine Autoimmungastritis geheilt werden kann. Die Behandlung konzentriert sich vor allem darauf, Beschwerden zu lindern, mögliche Folgeerkrankungen wie Blutarmut zu behandeln und das Fortschreiten der Magenschleimhautschädigung möglichst zu verlangsamen.
Weltweit arbeiten Forscher an neuen Therapieansätzen, die Entzündungsprozesse reduzieren und die weitere Zerstörung der Magenschleimhaut verhindern sollen.
Bryan Johnson setzt auf experimentelle Forschung
Bryan Johnson gehört zu den bekanntesten Vertretern der sogenannten Biohacking-Bewegung. Seit Jahren investiert der Unternehmer nach eigenen Angaben rund zwei Millionen US-Dollar jährlich in medizinische Untersuchungen, Nahrungsergänzungsmittel und verschiedene Verfahren, die den biologischen Alterungsprozess verlangsamen sollen. Dazu zählen unter anderem ein umfangreiches tägliches Supplementprogramm sowie die Nutzung einer Druckkammer zur Sauerstofftherapie.
Mit der nun bekannt gewordenen Diagnose möchte Johnson nach eigenen Angaben auch bei seiner Autoimmunerkrankung neue Wege gehen. Gemeinsam mit seinem Forschungsteam will er experimentelle Ansätze entwickeln, um möglicherweise langfristig eine Heilungsmöglichkeit für die Erkrankung zu finden.
Ob diese Bemühungen erfolgreich sein werden, bleibt jedoch offen. Nach aktuellem Stand der Medizin gilt die Autoimmungastritis weiterhin als chronische Erkrankung, deren Behandlung sich vor allem auf die Kontrolle der Symptome und die Vermeidung von Folgeschäden konzentriert.
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