Manchmal schreibt der Fußball Geschichten, die selbst Hollywood nicht besser inszenieren könnte. Und manchmal sorgt er einfach dafür, dass am Ende doch wieder die Mannschaft gewinnt, die den besseren Fußball spielt.
So geschehen im Achtelfinale dieser Weltmeisterschaft.
Zunächst verabschiedete sich Portugal. Nicht mit Pauken und Trompeten, sondern mit einem späten Nackenschlag. Ausgerechnet Joker Mikel Merino beendete in der Nachspielzeit mit seinem Treffer sämtliche portugiesischen Hoffnungen. Spanien marschiert verdient ins Viertelfinale – und für Cristiano Ronaldo endet endgültig der Traum vom einzigen Titel, der in seiner beeindruckenden Karriere noch fehlte.
Natürlich wird jetzt wieder diskutiert werden, ob Ronaldo noch einmal hätte starten dürfen, ob er länger hätte spielen müssen oder ob er überhaupt noch in die Mannschaft gehört. Die Wahrheit ist deutlich einfacher: Auch der größte Fußballer kann keine Zeitmaschine besiegen.
Spanien dagegen macht genau das, was große Mannschaften tun. Sie spielen vielleicht nicht spektakulär, aber sie gewinnen. Und Weltmeister wird selten die Mannschaft mit den schönsten Instagram-Videos, sondern meist diejenige, die auch in der 93. Minute noch den entscheidenden Pass spielt.
Fast noch spannender war allerdings das zweite Achtelfinale.
Belgien schickte die USA mit einem deutlichen 4:1 nach Hause – und das, obwohl im Vorfeld tagelang über die FIFA diskutiert wurde. Nach der umstrittenen Aufhebung der Sperre für US-Stürmer Folarin Balogun und der öffentlichen Einmischung von Donald Trump schien fast alles auf eine weitere amerikanische Fußball-Show hinauszulaufen.
Am Ende zeigte Belgien jedoch etwas, das man im Fußball immer noch schwer ersetzen kann: Qualität.
Von der ersten Minute an nahmen die „Roten Teufel“ den Gastgebern den Ball, den Mut und schließlich auch sämtliche Illusionen. Der zwischenzeitliche Ausgleich der USA war eher ein Betriebsunfall als Ausdruck amerikanischer Stärke. Belgien antwortete prompt, kontrollierte die Partie und profitierte anschließend noch von einem folgenschweren Torwartfehler, der dem Gastgeber endgültig das Genick brach.
So endet das WM-Abenteuer aller Gastgeberländer – und das ist vielleicht die schönste Nachricht des Tages.
Nicht, weil Gastgeber keinen Erfolg verdienen würden. Sondern weil dieses Turnier zuletzt zunehmend den Eindruck vermittelte, als könne man mit genügend politischem Einfluss und öffentlichen Debatten sportliche Entscheidungen beeinflussen. Belgien hat diese Diskussion mit vier Toren beendet.
Fußball bleibt eben doch ein Spiel, das auf dem Rasen entschieden wird.
Jetzt wartet mit Spanien gegen Belgien ein Viertelfinale, das diesen Namen wirklich verdient.
Auf der einen Seite die wohl spielstärkste Mannschaft des Turniers. Auf der anderen eine belgische Auswahl, die gegen die USA eindrucksvoll bewiesen hat, dass sie weit mehr kann, als nur über ihre „goldene Generation“ zu sprechen.
Und vielleicht ist genau das die eigentliche Botschaft dieses Achtelfinals:
Große Namen gewinnen keine Weltmeisterschaften. Große Mannschaften schon.
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