Nicht erschienene Berater, ausbleibende Rückrufe und technische Probleme, die sich über Monate hinziehen: In den jüngsten Ein-Stern-Bewertungen auf Trustpilot zeichnet sich für die Energiekonzepte Deutschland GmbH ein unangenehmes Bild ab. Auffällig ist weniger ein einzelner spektakulärer Vorwurf als die Wiederholung derselben Probleme.
Wer eine Photovoltaikanlage kauft, investiert meist einen fünfstelligen Betrag. Entsprechend hoch sind die Erwartungen: Termine sollen eingehalten, Anlagen zuverlässig installiert und technische Störungen schnell behoben werden.
In 20 Ein-Stern-Bewertungen, die innerhalb von sieben Tagen auf Trustpilot veröffentlicht wurden, berichten Kundinnen und Kunden jedoch wiederholt von genau gegenteiligen Erfahrungen. Die Vorwürfe lassen sich im Wesentlichen drei Bereichen zuordnen: Terminorganisation, technischer Kundendienst und Angebotsqualität.
Dabei ist wichtig: Onlinebewertungen sind persönliche Darstellungen der Verfasser. Sie ersetzen weder eine vollständige Kundenzufriedenheitsanalyse noch eine unabhängige Prüfung der geschilderten Vorgänge. Die Häufung ähnlicher Beschwerden liefert dennoch Hinweise darauf, an welchen Stellen EKD seine Abläufe überprüfen sollte.
Berater kommen nicht – Kunden warten vergeblich
Das deutlichste Muster betrifft vereinbarte Beratungstermine.
Sechs Rezensenten schreiben ausdrücklich, dass ein Mitarbeiter oder Berater zum vereinbarten Termin nicht erschienen sei. Teilweise habe es weder eine Absage noch einen Anruf gegeben. In einem weiteren Fall sei zunächst ein Termin aus familiären Gründen verschoben worden, zum Ersatztermin sei der Berater dann ebenfalls nicht erschienen.
Andere Nutzer berichten von mehrfach verschobenen Terminen, fehlenden Rückrufen oder intern falsch übermittelten Kundenwünschen. Ein Interessent schreibt, dass zwar ein Vor-Ort-Termin stattgefunden habe, er anschließend aber weder das angekündigte Angebot noch einen Rückruf erhalten habe.
Für ein Unternehmen, das ein erklärungsbedürftiges und kostspieliges Produkt verkauft, ist das besonders problematisch. Der Beratungstermin ist häufig der erste persönliche Kontakt. Er entscheidet darüber, ob ein potenzieller Kunde Vertrauen fasst oder den Anbieter bereits vor Vertragsabschluss wieder von seiner Liste streicht.
Die Antworten von EKD folgen häufig einem ähnlichen Muster: Das Nichterscheinen sei „ärgerlich“ oder „nicht schön“, die zuständigen Kolleginnen und Kollegen seien informiert und würden sich „schnellstmöglich“ melden.
Damit reagiert das Unternehmen zwar öffentlich auf die Kritik. Aus den Antworten wird jedoch nicht ersichtlich, ob ein verbindlicher Ersatztermin festgelegt, die Ursache des Ausfalls geklärt oder der Vorgang später tatsächlich abgeschlossen wurde.
„An die Fachabteilung weitergeleitet“
Noch schwerer wiegen die Berichte bereits zahlender Kunden.
Mehrere Rezensenten schildern technische Störungen, nicht abgeschlossene Installationen oder defekte Komponenten. Ein Kunde berichtet, dass zwischen der Bezahlung seiner Anlage im September 2023 und der Montage wesentlicher Technikkomponenten im Juli 2024 viele Monate vergangen seien. Seit Dezember 2025 versuche er, Probleme mit entladenen Speichermodulen klären zu lassen.
Eine andere Kundin schreibt, ihr Stromspeicher habe seit rund zwei Jahren noch keinen Monat durchgehend funktioniert. Beim geplanten Austausch eines defekten Batteriemoduls seien zunächst die Daten des falschen Moduls übermittelt worden. Beim folgenden Termin seien die Monteure zwar mit Werkzeug, aber ohne das benötigte Ersatzmodul erschienen.
Weitere Beschwerden betreffen eine seit Monaten eingeschränkt funktionierende Wallbox, wiederkehrende Verbindungsabbrüche einer Anlage und einen seit sieben Wochen bestehenden Totalausfall. In mehreren Bewertungen ist von langen Antwortzeiten, nicht eingehaltenen Rückrufen und fehlendem direkten Zugang zur technischen Fachabteilung die Rede.
Besonders häufig fällt sinngemäß der Satz: Das Anliegen sei an die zuständige Fachabteilung weitergeleitet worden.
Aus Unternehmenssicht mag dies ein normaler interner Vorgang sein. Aus Kundensicht wird die Formulierung jedoch zum Symbol für Stillstand, wenn danach über Wochen nichts Sichtbares geschieht.
Gute Montage, schwacher Service
Bemerkenswert ist, dass nicht alle Rezensenten die gesamte Leistung von EKD ablehnen.
Einige bewerten die eigentliche Beratung, Dachmontage oder Photovoltaikanlage durchaus positiv. Die Solaranlage selbst laufe überwiegend zuverlässig, schreibt ein Kunde. Ein anderer erklärt, Beratung und Installation seien grundsätzlich in Ordnung gewesen.
Die schlechte Gesamtbewertung entstehe erst durch den Umgang mit späteren Störungen.
Das ist für EKD eine wichtige Erkenntnis: Offenbar liegt das Problem zumindest bei einem Teil der Fälle nicht zwingend im Produkt oder in der handwerklichen Montage. Der Schaden für die Kundenzufriedenheit entsteht vielmehr anschließend – durch unklare Zuständigkeiten, lange Wartezeiten und fehlende Rückmeldungen.
Eine technisch gute Anlage kann eine schlechte Serviceerfahrung nicht dauerhaft ausgleichen. Gerade bei Photovoltaiksystemen, Speichern und Wallboxen endet die Kundenbeziehung nicht mit der Montage. Die Systeme sollen jahrzehntelang funktionieren und benötigen im Störungsfall kompetente Betreuung.
Kritik an Preisen und Angeboten
Zwei der untersuchten Bewertungen kritisieren ausdrücklich die Preisgestaltung beziehungsweise die Qualität der Angebote.
Ein Interessent bezeichnet das Angebot als überteuert und spricht von teilweise falschen Angaben. Eine weitere Rezensentin schreibt, das Angebot sei nicht individuell auf ihre Wünsche zugeschnitten gewesen und habe Leistungen enthalten, die gar nicht ausgeführt werden sollten.
EKD verweist in seiner Antwort auf hochwertige Materialien, sorgfältige Fertigung und ein „Rundum-sorglos-Paket“ von der Planung bis zur Inbetriebnahme.
Ein höherer Preis kann durch Qualität und umfassenden Service gerechtfertigt sein. Genau dann muss das versprochene Gesamtpaket aber auch erkennbar funktionieren. Wer einen Premiumpreis verlangt, wird an Premiumkommunikation, verlässlicher Terminplanung und schneller Fehlerbehebung gemessen.
Standardantworten reichen nicht
Positiv ist, dass EKD auf einen großen Teil der Bewertungen zeitnah öffentlich reagiert. Die Antworten sind freundlich und vermeiden eine konfrontative Sprache.
Allerdings ähneln sie sich stark. Fast immer werden die zuständigen Kollegen informiert, eine Nachricht über Trustpilot versendet oder eine schnelle Rückmeldung angekündigt.
Für Betroffene, die nach eigener Darstellung bereits mehrfach angerufen oder geschrieben haben, dürfte eine weitere Weiterleitung wenig beruhigend wirken.
Eine glaubwürdige Reaktion müsste konkreter sein. Dazu gehören ein benannter Ansprechpartner, ein verbindlicher Rückruftermin, eine Fallnummer und ein nachvollziehbarer nächster Schritt. Auch eine spätere öffentliche Ergänzung – etwa, dass der Termin nachgeholt oder der Defekt behoben wurde – könnte zeigen, dass aus der Antwort tatsächlich eine Lösung entstanden ist.
Was EKD konkret besser machen kann
1. Termine technisch absichern
Jeder Beratungstermin sollte automatisch per E-Mail oder SMS bestätigt werden. Berater müssen den Termin aktiv annehmen. Kann ein Mitarbeiter nicht erscheinen, sollte das System den Kunden frühzeitig informieren und sofort Ersatztermine anbieten.
Nach einem unangekündigten Nichterscheinen sollte der Vorgang nicht lediglich „weitergeleitet“ werden. Eine zentrale Servicestelle müsste den Kunden noch am selben Tag kontaktieren.
2. Einen Verantwortlichen pro Kundenfall benennen
Kunden sollten nicht zwischen Vertrieb, Montagepartner, Hersteller und technischer Fachabteilung wechseln müssen. Für jeden Auftrag braucht es einen festen Ansprechpartner, der den Vorgang bis zur vollständigen Inbetriebnahme und bei späteren Reklamationen koordiniert.
Der Kunde darf nicht selbst herausfinden müssen, welche Abteilung für Speicher, Wallbox oder Wechselrichter zuständig ist.
3. Verbindliche Reaktionszeiten einführen
Eine automatische Eingangsbestätigung ist noch keine Bearbeitung. EKD sollte klare Fristen veröffentlichen:
- erste persönliche Rückmeldung innerhalb eines Werktags,
- technische Ersteinschätzung innerhalb von zwei bis drei Werktagen,
- Termin oder belastbarer Maßnahmenplan innerhalb einer festgelegten Frist,
- Vorrang für Totalausfälle und sicherheitsrelevante Störungen.
Kann eine Frist nicht eingehalten werden, muss der Kunde vor deren Ablauf informiert werden.
4. Fachabteilung direkt erreichbar machen
Mehrere Beschwerden entstehen offenbar dadurch, dass der allgemeine Kundenservice keine technischen Entscheidungen treffen kann und die Fachabteilung für Kunden nicht erreichbar ist.
EKD sollte deshalb einen technischen Second-Level-Support mit Rückrufsystem einrichten. Bei komplexen Problemen sollte ein Techniker den Kunden direkt kontaktieren können, statt jede Information über mehrere interne Stationen weiterzugeben.
5. Ersatzteile und Monteure gemeinsam koordinieren
Ein Monteur ohne das benötigte Ersatzteil verursacht zusätzliche Kosten und weiteren Frust. Vor jedem Einsatz sollte geprüft werden, welches Bauteil defekt ist, welche Seriennummer betroffen ist und ob das passende Ersatzteil tatsächlich vor Ort oder beim Techniker vorhanden ist.
Ein digitaler Einsatzauftrag mit Fotos, Fehlerbeschreibung und Materialliste könnte solche Leerfahrten verhindern.
6. Angebote individuell kontrollieren
Vor dem Versand sollte jedes Angebot mit den dokumentierten Kundenwünschen abgeglichen werden. Leistungen, die nicht gewünscht oder technisch nicht erforderlich sind, dürfen nicht ungeprüft aus einem Standardpaket übernommen werden.
Eine übersichtliche Aufschlüsselung von Komponenten, Einzelpreisen, optionalen Leistungen und erwarteten Folgekosten würde die Vergleichbarkeit verbessern.
7. Trustpilot-Fälle bis zum Abschluss verfolgen
Die öffentliche Antwort darf nicht das Ende der Bearbeitung sein. EKD sollte jede negative Bewertung intern als Beschwerdefall anlegen, Verantwortlichkeiten festlegen und prüfen, ob die versprochene Kontaktaufnahme tatsächlich erfolgt ist.
Nach der Lösung könnte das Unternehmen den Kunden höflich bitten, seine Bewertung zu aktualisieren. Nicht durch Druck oder Gegenleistung, sondern durch nachweisbar guten Service.
Entscheidend ist, was nach der Weiterleitung passiert
20 Ein-Stern-Bewertungen innerhalb einer Woche beweisen nicht, dass sämtliche Kundinnen und Kunden von EKD schlechte Erfahrungen machen. Sie zeigen aber wiederkehrende Schwachstellen, die sich nicht als einzelne Missverständnisse abtun lassen.
Besonders auffällig sind unangekündigt ausgefallene Beratungstermine, fehlende Rückrufe und technische Reklamationen, die nach Darstellung der Betroffenen über Wochen oder Monate offenbleiben.
EKD antwortet öffentlich schnell und freundlich. Nun muss das Unternehmen zeigen, dass hinter Formulierungen wie „Wir kümmern uns“ ein belastbarer Prozess steht.
Denn Kunden bewerten am Ende nicht, wie schnell eine Beschwerde an die Fachabteilung weitergeleitet wurde.
Sie bewerten, ob ihr Problem gelöst ist.
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