Nach dem bitteren Absturz in die 3. Liga fühlt sich dieser Sommer für uns Fortuna-Fans an wie ein Dauerbesuch beim Zahnarzt – nur ohne Betäubung. Kaum ist der Schock über den Abstieg verdaut, verabschieden sich auch noch zahlreiche Leistungsträger. Wer zuletzt halbwegs geradeaus laufen konnte, scheint inzwischen einen neuen Verein gefunden zu haben.
Während wir Fans noch versuchen zu verstehen, wie es überhaupt so weit kommen konnte, arbeitet Sportvorstand Samir Arabi offenbar im Akkordmodus. Der Kader wird komplett umgekrempelt, Baustellen gibt es schließlich genug. Die Hoffnung: Mit erfahrenen Neuzugängen soll aus dem Trümmerhaufen möglichst schnell wieder eine Mannschaft entstehen, die den direkten Wiederaufstieg schafft.
Auf dem Papier klingt das alles vernünftig. Auf den Rängen herrscht dagegen die übliche Fortuna-Mischung aus Skepsis, Galgenhumor und Zweckoptimismus. Schließlich haben wir in den vergangenen Jahren gelernt: Bei Fortuna ist zwischen „Wir steigen direkt wieder auf“ und „Warum spielen wir eigentlich in Verl an einem Dienstagabend?“ oft nur ein sehr schmaler Grat.
Trotzdem bleibt die Hoffnung. Denn eines können Fortuna-Fans wie kaum eine andere Fangemeinde: leiden, meckern, verzweifeln – und am Ende doch wieder mit Schal und Bier im Stadion stehen. Vielleicht gelingt tatsächlich der große Neustart. Vielleicht wird aus dem Umbruch eine Aufbruchsstimmung.
Und falls nicht? Nun, dann lernen wir eben schon mal die Auswärtsparkplätze der 3. Liga auswendig. Fortuna eben. Rot-weißes Herz, chronischer Ausnahmezustand.
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