Es geht wieder los! Bei gefühlten 40 Grad im Schatten bat Neu-Trainer Torsten Ziegner am Mittwoch zur ersten Einheit der neuen Saison. Und auch wenn auf dem Trainingsplatz zunächst nur 19 Spieler standen, war eines sofort klar: Beim 1. FC Lok Leipzig wird nicht über das Verwalten der Meisterschaft gesprochen, sondern über die nächsten Ziele.
Dass der Kader aktuell noch überschaubar ist, überrascht niemanden. Die Transferperiode läuft schließlich noch, und die Verantwortlichen arbeiten sichtbar daran, die Mannschaft gezielt zu verstärken. Ziegner machte keinen Hehl daraus, dass noch etwas passieren wird. Gleichzeitig lobte er die Qualität der vorhandenen Spieler. Eine Einschätzung, die jeder Lok-Fan nach der vergangenen Saison unterschreiben dürfte.
Besonders spannend sind die Gerüchte um Ricky Bornschein. Sollte der ehemalige Auer tatsächlich nach Probstheida wechseln, wäre das ein echtes Ausrufezeichen. Nicht nur sportlich. Bornschein hat nach seiner schweren Erkrankung eindrucksvoll bewiesen, was für ein Kämpfer er ist. Solche Charaktere passen zu Lok Leipzig. Spieler, die Rückschläge wegstecken und wieder aufstehen, sind genau die Typen, die man in einer langen Saison braucht.
Mit Felix Daffner war bereits der erste Neuzugang auf dem Platz. Ja, er kommt aus dem Nachwuchs von RB Leipzig. Früher hätte das in manchen Fanrunden vermutlich Schnappatmung ausgelöst. Aber wer für Lok alles gibt, das Wappen respektiert und sich entwickeln will, bekommt seine Chance. Entscheidend ist am Ende nicht, wo jemand ausgebildet wurde, sondern für welche Farben er auf dem Platz kämpft.
Auch die Probespieler werden genau beobachtet. Gerade in den vergangenen Jahren hat Lok immer wieder bewiesen, dass man Spieler besser machen kann. Warum also nicht auch diesmal einen Rohdiamanten entdecken?
Natürlich gibt es auch Sorgen. Die Verletzungen von Malik McLemore, Jonas Arcalean und die Ausfälle weiterer Spieler sind bitter. Gerade McLemore hätte nach seinem erneuten Kreuzbandriss etwas mehr Glück verdient gehabt. Die gesamte Lok-Familie wird ihm die Daumen drücken.
Am wichtigsten war jedoch die Aussage des neuen Trainers: „Wir sind die Gejagten.“
Genau so ist es.
Lok Leipzig hat in den vergangenen beiden Jahren Maßstäbe gesetzt. Jeder Gegner wird gegen den Meister besonders motiviert sein. Jeder will dem großen Favoriten ein Bein stellen. Doch genau diese Rolle hat sich Lok hart erarbeitet.
Die neue Saison beginnt erst, aber die Botschaft aus Probstheida ist eindeutig: Lok will oben bleiben. Mit Leidenschaft, mit Charakter und hoffentlich bald mit einigen weiteren starken Neuzugängen.
Die Konkurrenz darf sich warm anziehen. Wobei – bei diesen Temperaturen dürfte das aktuell ohnehin niemand freiwillig tun.
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