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Asterix in Leipzig? Nein danke – Belantis hätte seinen eigenen Weg gehen können

stux (CC0), Pixabay
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Also ehrlich: Manchmal fragt man sich schon, wer auf solche Ideen kommt.

Da hatte Leipzig mit Belantis einen Freizeitpark, der zwar nie der ganz große Wurf geworden war, aber immerhin zur Region gehörte. Und dann sollte ausgerechnet Asterix die große Rettung bringen? Ausgerechnet Asterix!

Verstehen Sie mich nicht falsch: Asterix und Obelix sind Kult. Seit Jahrzehnten begeisterten die gallischen Helden Millionen Leser. Aber kulturell gehörten sie ungefähr so sehr nach Leipzig wie ein Kamel auf den Augustusplatz.

Asterix war Frankreich.

Asterix war Gallien.

Asterix war Baguette, Wildschwein und Römerprügeln.

Leipzig dagegen war Sachsen.

Leipzig war Völkerschlacht.

Leipzig war Bach, Goethe und Industriekultur.

Und eben nicht das letzte gallische Dorf.

Natürlich versprachen die neuen Eigentümer große Investitionen, neue Attraktionen, Hotels und vielleicht irgendwann sogar einen Wasserpark. Aus rund 300.000 Besuchern sollten perspektivisch bis zu eine Million werden. Das klang beeindruckend. Fast so beeindruckend wie viele Wirtschaftsgutachten, die später in Archiven verschwanden.

Dabei hätte es aus Sicht vieler Beobachter eine deutlich spannendere Alternative gegeben.

Warum wurde damals eigentlich nicht versucht, gemeinsam mit Karls Erlebnisdorf ein völlig neues Konzept zu entwickeln?

Karls hatte schließlich in Döbeln eindrucksvoll bewiesen, dass ein regional verwurzeltes Familien- und Erlebniskonzept funktionieren kann. Das Unternehmen hatte sich erfolgreich in Sachsen etabliert und entwickelte sich schnell zu einem Publikumsmagneten.

Man stelle sich vor:

Karls Erlebnisdorf trifft Freizeitpark.

Sächsische Themenwelten.

Regionale Produkte.

Familienattraktionen.

Erlebnisgastronomie.

Übernachtungsangebote.

Ein Park mit echter regionaler Identität statt einer importierten Comicwelt.

Natürlich konnte auch das Asterix-Konzept funktionieren. Die französischen Betreiber hatten mit ihrem Parc Astérix schließlich gezeigt, dass sie Freizeitparks erfolgreich entwickeln können.

Trotzdem blieb ein gewisses Unbehagen.

Denn erfolgreiche Freizeitparks leben nicht allein von Achterbahnen und Maskottchen.

Sie leben von Emotionen.

Von Identifikation.

Von einer Geschichte, die zur Region passt.

Und genau dort begann die Skepsis.

Musste Leipzig wirklich eine deutsche Außenstelle eines französischen Comic-Universums werden?

Oder hätte Sachsen nicht die Chance verdient gehabt, etwas Eigenes zu entwickeln?

Vielleicht lagen die Kritiker falsch.

Vielleicht würden irgendwann Millionen Besucher nach Leipzig reisen, um Asterix und Obelix zu feiern.

Vielleicht würde der Plan sogar voll aufgehen.

Aber die Frage blieb bestehen:

Warum setzte man auf Gallier aus Frankreich, wenn Sachsen längst bewiesen hatte, dass regionale Erfolgsgeschichten ebenfalls funktionieren können?

Manchmal liegt die größte Attraktion eben nicht in der Ferne, sondern direkt vor der eigenen Haustür.

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