Jedes Jahr das gleiche Schauspiel.
Die Vorbereitung beginnt, die ersten Trainingseinheiten laufen – und schon werden die ersten Lobeshymnen angestimmt. Der eine ist „brandgefährlich“, der andere „unheimlich spielstark“ und der nächste „positiv verrückt“. Ganz ehrlich? Davon können sich Hansa-Fans mittlerweile ganze Regale füllen.
Ich will niemandem zu nahe treten. Bernie Lennemann mag im Training einen starken Eindruck hinterlassen haben. Luca Unbehaun mag ein richtig guter Torwart sein. Das wünsche ich beiden sogar ausdrücklich.
Aber können wir bitte einmal aufhören, nach drei Trainingseinheiten die ersten Helden auszurufen?
Als Hansa-Fan habe ich in den vergangenen Jahren genügend „Trainingsweltmeister“ erlebt. Spieler, die im Juli aussahen wie die Wiedergeburt von Cristiano Ronaldo, um dann ab August auf dem Platz unterzutauchen.
Entscheidend ist doch nicht, wer am Dienstagvormittag beim Trainingsspiel den schönsten Haken schlägt.
Entscheidend ist, wer am Samstag um 14 Uhr im Ostseestadion liefert.
Wer sich im Derby nicht wegduckt.
Wer in der 89. Minute noch den entscheidenden Meter macht.
Wer auch dann Verantwortung übernimmt, wenn 25.000 Zuschauer nervös werden.
Genau solche Spieler braucht Hansa Rostock.
Die 3. Liga interessiert sich nämlich herzlich wenig dafür, wer in der Vorbereitung überzeugt hat. Da zählen Punkte, Siege und Mentalität.
Natürlich freut es mich, wenn Kapitän Franz Pfanne von seinen neuen Mitspielern überzeugt ist. Das gehört zu einer guten Mannschaft auch dazu. Aber wir Fans sollten den Ball flach halten.
Wir brauchen keine Sommermärchen im Trainingslager.
Wir brauchen keine Schlagzeilen über „vielversprechende Eindrücke“.
Wir brauchen Spieler, die im Meisterschaftsspiel überzeugen.
Denn am Ende erinnert sich niemand mehr daran, wer Ende Juni der Beste auf dem Trainingsplatz war.
Man erinnert sich nur daran, wer Hansa zurück nach oben geführt hat.
Also Jungs: Redet auf dem Platz, nicht auf dem Trainingsgelände. Wir Hansa-Fans glauben erst an euch, wenn die Punkte auf dem Konto sind. Alles andere ist Sommerfußball.
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