Offiziell gibt es in vielen US-Bundesstaaten keine Vorgaben mehr, wie viele Strafzettel oder Festnahmen Polizisten pro Monat erreichen müssen. Tatsächlich haben mittlerweile mindestens 26 Bundesstaaten sowie Washington D.C. Gesetze erlassen, die solche Quoten ausdrücklich verbieten. Dennoch berichten zahlreiche Polizeibeamte, Anwälte und Bürgerrechtsorganisationen, dass der Druck weiterhin existiert – nur unter anderen Bezeichnungen. Statt von „Quoten“ ist häufig von „Leistungszielen“, „Erwartungswerten“ oder einer bestimmten Anzahl von Polizeikontakten die Rede.
Kritiker sehen darin lediglich eine Umgehung der gesetzlichen Verbote. Besondere Aufmerksamkeit erhielt ein Fall aus Phoenix im Bundesstaat Arizona. Eine Frau wurde nach ihrer Hochzeit wegen angeblichen Drogenkonsums am Steuer festgenommen. Die Anklage wurde später fallengelassen. In Bodycam-Aufnahmen sollen Polizeibeamte darüber gesprochen haben, dass sie „einen DUI-Fall“ (Fahren unter Einfluss von Alkohol oder Drogen) benötigen würden. Die Betroffene hat inzwischen Klage eingereicht.
Die Polizei von Phoenix weist jedoch den Vorwurf zurück, es gebe entsprechende Quoten. Experten warnen davor, dass Leistungsdruck zu unnötigen Verkehrskontrollen, überzogenen Maßnahmen oder sogar Fehlentscheidungen führen könne. Bürgerrechtsgruppen befürchten zudem, dass Minderheiten überproportional häufig von solchen Kontrollen betroffen seien. Auf der anderen Seite argumentieren Polizeivertreter, dass Vorgesetzte ihre Beamten bewerten und Erwartungen formulieren müssen.
Ohne messbare Kriterien sei es schwierig festzustellen, ob ein Beamter seine Aufgaben ordnungsgemäß erfüllt. Fazit: Offizielle Strafzettel- oder Festnahmequoten sind vielerorts verboten. Die Debatte dreht sich heute vielmehr um die Frage, ob „Leistungsziele“ in der Praxis nicht doch denselben Effekt haben wie die früheren Quoten. Genau darüber wird in den USA weiterhin heftig gestritten.
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