Ja, die Analyse nach dem 0:1 gegen Würzburg ist richtig. Ja, Würzburg war körperlich stärker, erfahrener und hatte sogar die besseren Chancen. Ja, Lok hat offensiv zu wenig Durchschlagskraft entwickelt und die vielen Ausfälle machen sich bemerkbar. All das kann man analysieren, diskutieren und auf Flipcharts schreiben.
Aber ganz ehrlich:
Am Montag interessiert das alles keinen mehr.
Da fragt nach dem Abpfiff niemand, wer mehr zweite Bälle gewonnen hat, wer die bessere Passquote hatte oder welcher Innenverteidiger 200 Drittligaspiele auf dem Konto hat.
Dann zählt nur eines:
Steigt Lok auf – oder steigt Lok nicht auf?
Die große Gefahr: Sich in Analysen verlieren
Natürlich muss Trainer Jochen Seitz die Fehler aufarbeiten. Natürlich muss man Lösungen finden für Bongas Kopfballstärke, die Flanken der Würzburger und die fehlende Offensivpower.
Aber irgendwann ist auch mal Schluss mit Taktiktafeln.
Denn wir reden hier nicht über ein Bundesligaspiel im November.
Wir reden über 90 Minuten, die über Jahre eines Vereins entscheiden können.
Niemand wird uns etwas schenken
Wer glaubt, Würzburg wird am Montag nervös und freiwillig Platz machen, der glaubt vermutlich auch noch an den Weihnachtsmann.
Die Kickers haben gezeigt, warum sie da stehen, wo sie stehen. Sie sind robust, erfahren und wissen genau, was auf dem Spiel steht.
Deshalb wird Lok das Ding nicht mit Schönspielerei gewinnen.
Nicht mit Statistiken.
Nicht mit Ausreden.
Sondern nur mit Leidenschaft.
Kämpfen, laufen, beißen
Ich will am Montag keine Mannschaft sehen, die nach dem Spiel erklärt, warum es nicht gereicht hat.
Ich will Spieler sehen, die nach 90 Minuten kaum noch stehen können.
Die jeden Zweikampf annehmen.
Die jeden Meter laufen.
Die jeden Ball jagen, als wäre es der letzte ihrer Karriere.
Die Würzburg spüren lassen:
Heute kommt hier keiner gemütlich in die 3. Liga.
Es ist erst Halbzeit
Bei aller Kritik darf man eines nicht vergessen:
Das Hinspiel ging 0:1 verloren.
Nicht 0:4.
Nicht 0:5.
Nicht hoffnungslos.
Ein Tor Rückstand.
Mehr nicht.
Und wenn eine Mannschaft in den letzten Jahren gezeigt hat, dass sie Rückschläge wegstecken kann, dann war das Lok Leipzig.
Für den Verein, für die Fans, für den Osten
Es geht längst nicht mehr nur um ein Fußballspiel.
Es geht um den Traum von der 3. Liga.
Um die Fans, die seit Jahren mitfahren.
Um die Menschen, die immer wieder enttäuscht wurden und trotzdem wiederkommen.
Und ja, auch um den Fußball-Osten, der endlich wieder einen Traditionsverein mehr im Profibereich gebrauchen könnte.
Mein Fazit als Lok-Fan
Die Analyse ist wichtig.
Aber jetzt ist sie vorbei.
Jetzt braucht es keine Expertenrunden mehr.
Keine Entschuldigungen.
Keine Rechenspiele.
Am Montag braucht es elf Spieler, die kämpfen, laufen und alles auf dem Platz lassen.
Wenn Lok ausscheidet, dann bitte nicht, weil Würzburg mehr wollte.
Sondern nur, weil es sportlich nicht gereicht hat.
Bis dahin gilt:
Kämpfen. Rennen. Grätschen. Aufstehen. Weitermachen.
Und zwar so lange, bis die Zunge raushängt.
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