Der Streit um die Zukunft des Kennedy Centers in der US-Hauptstadt hat eine neue Wendung genommen. Ein Bundesrichter hat angeordnet, dass der Name von Präsident Donald Trump wieder von dem Kulturzentrum entfernt werden muss. Gleichzeitig stoppte das Gericht umfangreiche Umbaupläne, die eine zweijährige Schließung der Einrichtung vorgesehen hätten.
Der zuständige Richter begründete seine Entscheidung damit, dass das Kennedy Center durch den Kongress als Gedenkstätte für den früheren Präsidenten John F. Kennedy geschaffen worden sei. Deshalb könne eine Umbenennung nicht allein durch das Leitungsgremium des Hauses erfolgen. Über eine solche Änderung müsse letztlich der Kongress entscheiden.
Trump reagierte mit scharfer Kritik auf die Entscheidung. Er erklärte, ohne die geplanten Umbauten und seine Vorstellungen für die künftige Entwicklung des Hauses habe er kein Interesse mehr an dem Projekt. Zugleich kündigte er an, die Kontrolle über die Einrichtung wieder dem Kongress überlassen zu wollen.
Der Konflikt ist Teil eines größeren Umgestaltungsprogramms, das Trump seit Beginn seiner zweiten Amtszeit verfolgt. Dazu gehören unter anderem Umbaupläne für das Weiße Haus, ein geplanter Triumphbogen sowie Veränderungen an weiteren bekannten Wahrzeichen der Hauptstadt. Auch das Kennedy Center sollte nach seinen Vorstellungen neu ausgerichtet werden.
Bereits im Februar hatte Trump das bisherige Leitungsgremium des Kennedy Centers abberufen und sich selbst zum Vorsitzenden machen lassen. Zahlreiche politische Verbündete wurden anschließend in Führungspositionen berufen. Der Präsident begründete diesen Schritt mit Kritik am bisherigen kulturellen Programm des Hauses, das er als zu politisch und zu „woke“ bezeichnete.
Die Entwicklungen führten in den vergangenen Monaten zu erheblichen Spannungen innerhalb der Kulturszene. Zahlreiche Künstler, Musiker und Ensembles sagten geplante Auftritte ab. Unter ihnen befanden sich international bekannte Künstler sowie mehrere renommierte Kulturinstitutionen. Einige begründeten ihren Rückzug ausdrücklich mit der neuen politischen Ausrichtung des Hauses.
Das Leitungsgremium des Kennedy Centers kündigte inzwischen an, gegen die Gerichtsentscheidung vorzugehen. Auch das US-Justizministerium signalisiert Unterstützung für eine Berufung. Damit dürfte der Rechtsstreit um eines der bedeutendsten Kulturzentren der Vereinigten Staaten noch lange nicht beendet sein.
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