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Alligator Alcatraz: Trumps Sumpf-Gefängnis könnte schon wieder dichtmachen

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Es klang einst wie ein politischer Actionfilm aus dem Trump-Universum: Mitten in den Sümpfen Floridas eröffnete die Regierung das Abschiebezentrum „Alligator Alcatraz“ – bewacht von Alligatoren, Krokodilen und Pythons. Jetzt, gerade einmal ein Jahr später, denkt die Trump-Regierung offenbar über die Schließung nach.

Ausgerechnet das Prestigeprojekt, das Donald Trump und Floridas Gouverneur Ron DeSantis 2025 medienwirksam als Symbol kompromissloser Migrationspolitik präsentierten, entwickelt sich zunehmend zum teuren Polit-Theater im Sumpf.

Eine Million Dollar pro Tag – für halbleere Zellen

Wie US-Grenzkoordinator Tom Homan bestätigte, laufen Gespräche über die Zukunft der Einrichtung. Offiziell gehe es um eine allgemeine Überprüfung aller Haftzentren. Übersetzt heißt das vermutlich: Das Ding frisst Geld.

Laut „New York Times“ kostet der Betrieb der Anlage den Bundesstaat Florida rund eine Million Dollar täglich. Dafür sitzen dort aktuell gerade einmal 1.383 Menschen ein – obwohl ursprünglich Platz für 5.000 Migranten angekündigt wurde.

Ein Luxusgefängnis im Moor also. Mit schlechter Auslastung, aber spektakulärer Kulisse.

Trump liebte die Alligatoren

Als Trump die Anlage im Sommer 2025 besuchte, wurde die bizarre Symbolik regelrecht zelebriert. Die Botschaft: Wer illegal einreist, landet mitten im Sumpf zwischen Reptilien und Stacheldraht.

Der Name „Alligator Alcatraz“ war dabei natürlich kein Zufall. Härte verkaufen sich in Wahlkampfzeiten eben besser als Verwaltungsakten.

Die Bilder gingen damals um die Welt: Trump vor Zäunen, dahinter Sümpfe und Alligatoren. Fast fehlte nur noch dramatische Filmmusik.

DeSantis erklärt das Projekt trotzdem zum Erfolg

Floridas Gouverneur Ron DeSantis versucht nun, das drohende Ende als Erfolgsgeschichte umzudeuten. Das Zentrum habe seinen Zweck erfüllt, erklärte er demonstrativ.

22.000 Menschen seien dort bereits untergebracht worden. Und überhaupt sei die Anlage immer nur als „temporäre Lösung“ gedacht gewesen.

Klar. So temporär wie viele Trump-Projekte, die nach großem Getöse irgendwann im Chaos enden.

Menschenrechtsgruppen sprechen von „Folter“

Kritik an der Einrichtung gab es von Beginn an. Menschenrechtsorganisationen warfen den Behörden unmenschliche Bedingungen vor. Aktivisten sprachen sogar von „psychologischer Folter“.

Denn die Lage mitten in den Everglades war nicht nur symbolisch gewählt. Die Isolation sollte offenbar auch abschreckend wirken.

Dass ein demokratischer Rechtsstaat ausgerechnet auf das Image eines Hochsicherheitsgefängnisses samt Alligatoren setzt, sorgte international für Kopfschütteln.

Trump braucht Betten – aber offenbar woanders

Interessant ist auch Homans Begründung. Florida brauche inzwischen weniger Ressourcen, weil der Bundesstaat eng mit Trumps Abschiebepolitik kooperiere. Mehr Bedarf gebe es dagegen in sogenannten „Sanctuary Cities“, also demokratisch regierten Städten, die Migranten schützen.

Mit anderen Worten: Das Sumpf-Gefängnis könnte schlicht nicht mehr ins strategische Raster passen.

Oder noch einfacher gesagt: Die Alligatoren waren gut fürs Fernsehen – aber schlecht für die Bilanz.

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