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Pistolen per Post: Trumps Amerika entdeckt den Versandhandel neu

gmsjs90 (CC0), Pixabay
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Was früher höchstens für Amazon-Pakete, Geburtstagskarten oder verlorene Rechnungen gedacht war, könnte in den USA bald eine ganz neue Funktion bekommen: der Versand von Handfeuerwaffen per Post.

Die US-Post USPS prüft derzeit eine Regeländerung, die es Privatpersonen erstmals seit fast 100 Jahren erlauben würde, Pistolen und Revolver legal zu verschicken. Möglich macht das ausgerechnet eine neue Auslegung der Verfassung durch Donald Trumps Justizministerium.

Kurz gesagt: Wer künftig innerhalb seines Bundesstaates eine Pistole verkaufen will, könnte sie einfach zur Post bringen. Briefmarke drauf – fertig.

Das Wilde Westen Starterpaket

Seit 1927 gilt in den USA eigentlich ein Verbot für den Versand sogenannter „concealable firearms“, also leicht versteckbarer Waffen wie Pistolen. Ausnahmen gab es bisher nur für lizenzierte Waffenhändler.

Doch Trumps Justizministerium hält das plötzlich für verfassungswidrig. In einem Memorandum argumentiert die Regierung, die Post dürfe Bürgern keine „verfassungsmäßig geschützten Waffen“ verweigern.

Mit anderen Worten: Das zweite Verfassungsamendment trifft jetzt auf DHL-Romantik.

Gegner sprechen von „Waffenpipeline“

Kritiker schlagen Alarm. Die Organisation „Everytown for Gun Safety“ warnt vor einer „Waffen-Schmuggelpipeline“. Kriminelle, Strohkäufer und Gewalttäter könnten künftig deutlich einfacher an Waffen gelangen.

Denn natürlich klingt es erstmal beruhigend, wenn die USPS erklärt, Waffen müssten „entladen und sicher verpackt“ werden. Schließlich weiß jeder: Eine ordentlich gepolsterte Pistole ist quasi schon verantwortungsvoller Waffenbesitz.

NRA feiert den nächsten Trump-Sieg

Die Waffenlobby hingegen jubelt. Für die NRA ist die geplante Änderung ein weiterer Triumph für „gesetzestreue Waffenbesitzer“.

Man könnte auch sagen: Während andere Länder über strengere Waffengesetze diskutieren, optimieren die USA gerade ihre Logistik.

UPS und FedEx wirken plötzlich vernünftig

Besonders bemerkenswert: Selbst private Paketdienste wie UPS oder FedEx sind bei Waffen deutlich strenger als die Trump-Regierung. Dort dürfen Schusswaffen weiterhin fast nur von lizenzierten Händlern verschickt werden.

Doch offenbar gilt im Amerika des Jahres 2026: Was für private Unternehmen zu riskant ist, übernimmt der Staat eben selbst.

Vom Einschreiben zur Einschießung

Noch ist die Regel nicht beschlossen. Die USPS wertet derzeit öffentliche Stellungnahmen aus. Doch schon die Debatte zeigt, wie sehr sich die politische Kultur in den USA verschoben hat.

Denn während andere Nationen darüber diskutieren, wie man Waffen von den Straßen bekommt, beschäftigt sich Washington ernsthaft mit der Frage, wie man Pistolen möglichst effizient in den Briefkasten liefert.

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