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Afghanistan versinkt in Hungerkrise – Familien verkaufen ihre Kinder zum Überleben

WikiImages (CC0), Pixabay
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Die humanitäre Lage in Afghanistan spitzt sich dramatisch zu. In der westafghanischen Provinz Ghor kämpfen zahlreiche Familien inzwischen ums nackte Überleben. Viele Eltern sehen laut einer BBC-Reportage keinen anderen Ausweg mehr, als ihre eigenen Kinder zu verkaufen, um Nahrung oder medizinische Versorgung für den Rest der Familie finanzieren zu können.

Hunger und Arbeitslosigkeit prägen den Alltag

Jeden Morgen versammeln sich in der Provinzhauptstadt Chaghcharan hunderte Männer auf einem Platz in der Hoffnung, irgendwo kurzfristige Arbeit zu finden. Oft reicht der Tageslohn kaum für etwas Brot. Viele gehen leer aus.

Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass inzwischen drei Viertel der afghanischen Bevölkerung ihre Grundbedürfnisse nicht mehr decken können. Rund 4,7 Millionen Menschen gelten als akut von Hungersnot bedroht.

Familien treffen verzweifelte Entscheidungen

Besonders erschütternd sind die Schilderungen betroffener Familien. Ein Vater berichtet, er sei bereit, eine seiner Töchter zu verkaufen, um die übrigen Kinder ernähren zu können. Ein anderer Mann erklärte, er habe seine fünfjährige Tochter an Verwandte verkauft, um eine lebensrettende Operation bezahlen zu können.

Viele Familien leben laut Reportage nur noch von Brot und heißem Wasser. Medizinische Versorgung können sich zahlreiche Menschen nicht mehr leisten.

Internationale Hilfe massiv zurückgegangen

Die Krise verschärfte sich zusätzlich durch drastische Kürzungen internationaler Hilfsgelder. Vor allem die USA, einst größter Geldgeber Afghanistans, reduzierten ihre Unterstützung erheblich. Nach Angaben der UN liegen die internationalen Hilfszahlungen derzeit rund 70 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.

Zugleich leidet das Land unter schwerer Dürre, hoher Arbeitslosigkeit und einem weitgehend kollabierten Gesundheitssystem.

Kliniken überfüllt – Kinder sterben an Unterernährung

Besonders dramatisch ist die Situation in Krankenhäusern. In der Neugeborenenstation eines Krankenhauses in Chaghcharan sind laut BBC alle Betten belegt. Viele Babys leiden unter Untergewicht und Atemproblemen. Ärzte berichten von steigenden Sterberaten unter Kindern.

Pflegekräfte schildern, dass Familien Medikamente oft selbst kaufen müssten, obwohl sie dafür kein Geld hätten. Teilweise würden übrig gebliebene Medikamente anderer Patienten weiterverwendet.

Taliban weisen Verantwortung zurück

Die Taliban-Regierung macht vor allem die frühere Regierung und den Rückzug internationaler Truppen für die wirtschaftliche Katastrophe verantwortlich. Kritiker verweisen dagegen auch auf die Politik der Taliban selbst, insbesondere auf massive Einschränkungen für Frauen, die zahlreiche internationale Geldgeber abgeschreckt haben.

Hilfsorganisationen warnen inzwischen, dass ohne schnelle internationale Unterstützung Millionen Menschen in Afghanistan nicht überleben könnten.

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