Die Bundesliga steckt mitten in der Vorbereitung, jener wundersamen Jahreszeit, in der ein 8:0 gegen einen unterklassigen Gegner bereits leise Meisterträume auslöst und jeder trainingsfreie Nachmittag als strategische Regeneration verkauft wird. Diesmal sorgten vor allem Borussia Dortmund, der 1. FC Köln und der SC Freiburg für Bewegung.
Die größte Nachricht kam aus Dortmund: Karim Adeyemi verlässt den BVB und wechselt zum FC Barcelona. Der deutsche Nationalspieler soll selbst um die Freigabe gebeten haben. Sein Vertrag in Dortmund wäre 2027 ausgelaufen. Eine offizielle Ablösesumme nannten die Vereine nicht. Medien berichten von rund 22 Millionen Euro plus möglichen Bonuszahlungen.
Für den BVB bedeutet der Transfer den Verlust eines schnellen Offensivspielers, dessen Dortmunder Zeit zwischen spektakulären Sprints, Verletzungspausen und der regelmäßigen Frage schwankte, ob diesmal endgültig der Durchbruch gelungen sei. Nun darf Barcelona diese Frage beantworten.
Köln verpflichtet australischen WM-Fahrer
Der 1. FC Köln meldete gleich mehrere Neuigkeiten. Mit Paul Okon-Engstler kommt ein 21 Jahre alter zentraler Mittelfeldspieler vom Sydney FC. Der australische Nationalspieler unterschrieb bis 2030 und wurde bei der Weltmeisterschaft in allen vier Spielen seines Landes eingesetzt.
Der FC präsentierte außerdem Nils Segelken als Verstärkung für das Torwart-Trainerteam und die KI group als neuen Technologiepartner. Köln arbeitet künftig also nicht nur an Standardsituationen und Umschaltmomenten, sondern möglicherweise auch daran, Niederlagen computergestützt vorherzusagen.
Sportlich läuft es in der Vorbereitung bislang tadellos: Beim SV Bergisch Gladbach gewann die Mannschaft von Trainer René Wagner mit 8:0. Das war der zweite Sieg im zweiten Testspiel. Erfahrene FC-Anhänger wissen allerdings, dass Vorbereitungsergebnisse ungefähr so zuverlässig sind wie Aufstiegsprognosen im August.
Freiburg ermöglicht Atubolu Wechselgespräche
Beim SC Freiburg deutet sich der Abschied von Torwart Noah Atubolu an. Der Schlussmann reiste nicht mit ins Trainingslager nach Schruns. Nach Angaben des Vereins soll er stattdessen in Freiburg trainieren, damit Gespräche mit interessierten Klubs leichter organisiert werden können.
Das ist die höfliche Fußballversion von: Der Spieler gehört noch dazu, sollte aber besser in der Nähe seines Telefons bleiben.
Als mögliche Interessenten werden Vereine aus der englischen Premier League und Juventus Turin genannt. Bestätigt ist bislang lediglich, dass ein Wechsel konkret geprüft wird. Zielverein, Ablöse und Abschluss bleiben Gerüchte.
Bayern überträgt, der HSV testet
Beim FC Bayern München gab es diesmal keine neue Vertragsverlängerung, keinen spektakulären Transfer und auch keinen öffentlichen Machtkampf. Der Klub teilte lediglich mit, wie die Vorbereitungsspiele verfolgt werden können. Den Auftakt gegen den SV Wehen Wiesbaden zeigt das vereinseigene Bezahlangebot.
Auch der Hamburger SV setzte auf organisatorische Neuigkeiten. Das Testspiel gegen den 1. FC Heidenheim wird kostenlos auf YouTube und HSVtv übertragen. Nach der Verpflichtung von Patson Daka bleibt es damit zunächst ruhig. Der neue Stürmer darf nun im Training beweisen, dass ein prominenter Name allein noch keine Tore garantiert.
Viel Ruhe im Rest der Liga
Bei Union Berlin, Mainz 05, Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach, Eintracht Frankfurt, Augsburg, Schalke, Leipzig, Paderborn, Elversberg, Werder, Hoffenheim und Stuttgart wurden keine wesentlichen neuen Personalentscheidungen bekannt.
Das klingt nach wenig, ist aber für Sportdirektoren vermutlich ein Erfolg. Jeder Tag ohne verletzten Neuzugang, geplatzten Transfer oder unzufriedenen Berater gilt im Fußballgeschäft inzwischen als ausgesprochen produktiv.
So bleibt als Tagesbilanz: Dortmund verkauft Tempo nach Barcelona, Köln kauft australische Perspektive, Freiburg wartet auf Angebote für seinen Torwart – und der Rest der Bundesliga trainiert weiter, bis aus Testspielsiegen entweder Euphorie oder erklärungsbedürftige Ergebnisse werden.
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