Startseite Allgemeines 1860 Fan sagt:Dennis Dressel wieder bei 1860: Wenn wir schon Regionalliga spielen, dann wenigstens mit Löwen
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1860 Fan sagt:Dennis Dressel wieder bei 1860: Wenn wir schon Regionalliga spielen, dann wenigstens mit Löwen

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Es gibt Transfers, da studiert man Statistiken, schaut sich irgendwelche Highlight-Videos an und fragt sich anschließend trotzdem: Wer ist das eigentlich?

Und dann gibt es Dennis Dressel.

Da braucht ein Löwen-Fan kein YouTube.

Der TSV 1860 München holt den nächsten ehemaligen Sechziger zurück und macht damit aus der Not langsam ein durchaus sympathisches Konzept: Wenn wir schon zwangsweise in der Regionalliga herumturnen müssen, dann bitte mit Spielern, die wissen, dass Giesing keine Münchner Stadtführung und die Grünwalder Straße keine gewöhnliche Postanschrift ist.

Dennis Dressel ist wieder da.

Der 27-Jährige unterschreibt für zwei Jahre bis 2028 und kehrt damit dorthin zurück, wo für ihn alles angefangen hat. Mit acht Jahren kam der gebürtige Dachauer zu den Löwen, 15 Jahre verbrachte er bei Sechzig.

Das nennt man Stallgeruch.

Oder bei uns: völlig ausreichende Qualifikation für eine emotionale Pressekonferenz.

Dressel kommt heim – und das passt

„Nach Giesing zu fahren, fühlt sich jedes Mal an, als würde ich nach Hause kommen“, sagt Dressel über seine Rückkehr.

So etwas hören wir natürlich gerne.

Sehr gerne sogar.

Denn nach all den Jahren, in denen bei 1860 gefühlt mehr Geschäftsführer, Investorenvertreter, Trainer, Sportchefs und Zukunftskonzepte vorbeigeschaut haben als die Linie 25 am Wettersteinplatz, tut ein bisschen Identifikation ausgesprochen gut.

Dressel kennt den Verein.

Er kennt das Grünwalder Stadion.

Er kennt die Erwartungen.

Und vermutlich weiß er auch noch, dass bei Sechzig aus drei Siegen hintereinander traditionell der Aufstieg geplant und nach zwei Niederlagen anschließend die gesamte Vereinsstruktur infrage gestellt wird.

Er weiß also, worauf er sich einlässt.

Eicher, Weber, Bell, Dressel – fehlt eigentlich nur noch die Klassenfahrt

Dressel ist schließlich nicht der erste Rückkehrer.

Vitus Eicher ist wieder da. Felix Weber ist zurück. Julian Bell ebenfalls.

Und jetzt Dressel.

Langsam bekommt man den Eindruck, jemand habe beim TSV ein altes Mannschaftsfoto gefunden und gesagt: „Ruft einfach alle an.“

Ganz falsch ist die Idee allerdings nicht.

Nach dem Zwangsabstieg in die vierte Liga muss sich 1860 neu sortieren. Und gerade jetzt können Spieler wertvoll sein, denen man nicht erst in einer PowerPoint-Präsentation erklären muss, was dieser Verein für seine Anhänger bedeutet.

Wir brauchen in dieser Situation keine elf Fußballtouristen, die mal schauen wollen, wie romantisch Regionalliga Bayern eigentlich ist.

Wir brauchen Spieler, die Sechzig kennen.

Die wissen, dass 15.000 Leute im Grünwalder auch in der vierten Liga einen Lärm veranstalten können, bei dem sich mancher Zweitligist verwundert umdreht.

Und die vor allem verstehen, dass Regionalliga bei 1860 kein neues langfristiges Entwicklungsmodell werden darf.

Ein Jahr.

Danke.

Hat uns gefreut.

Dann bitte wieder raus da.

Sportlich ist Dressel ohnehin kein Nostalgietransfer

Bei aller weiß-blauen Gefühlsduselei: Dressel kommt schließlich nicht zurück, weil irgendwo noch sein alter Spind frei war.

Der Mann war zuletzt Kapitän des SSV Ulm in der 3. Liga.

Mit 27 Jahren befindet er sich im besten Fußballalter und bringt genau jene Erfahrung mit, die eine Mannschaft benötigt, die in der Regionalliga nicht auf Bildungsreise gehen sollte.

Dressel kennt die 3. Liga, hat höher gespielt und soll nun im Mittelfeld Verantwortung übernehmen.

Dass sein Vertrag in Ulm nach dem Abstieg endete, macht die Geschichte für 1860 überhaupt erst möglich.

Und manchmal darf auch bei uns einmal etwas zusammenpassen.

Kommt schließlich selten genug vor.

Jetzt geht es nach Schweinfurt

Am Samstag beginnt dann die Realität.

Auswärts in Schweinfurt startet die Mannschaft von Trainer Alper Kayabunar in die Regionalliga-Saison.

Spätestens dann sind Heimkehrgeschichten, schöne Zitate und Löwen-Vergangenheit erst einmal zweitrangig.

Denn so sympathisch die Rückholaktion mit Eicher, Weber, Bell und Dressel ist: Am Ende müssen diese Jungs dafür sorgen, dass wir möglichst schnell wieder aus dieser Liga verschwinden.

Nach oben, wohlgemerkt.

Bei 1860 sollte man solche Dinge inzwischen vorsichtshalber dazusagen.

Trotzdem gefällt mir der eingeschlagene Weg.

Wenn schon Neustart, dann mit Leuten, die diesen Verein kennen. Wenn schon vierte Liga, dann mit Spielern, für die das Löwen-Trikot mehr ist als die nächste Station im Lebenslauf.

Und wenn Dennis Dressel sagt, Giesing fühle sich für ihn wie Zuhause an, dann gibt es eigentlich nur eine angemessene Antwort:

Servus Dennis, willkommen dahoam.

Und jetzt schau ma bitte, dass wir gemeinsam ganz schnell wieder aus dieser Regionalliga rauskommen.

Wir haben dort nämlich wirklich nicht vor, Wurzeln zu schlagen.

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