Nach dem mutmaßlichen islamistischen Anschlag am Rande des Berliner Christopher Street Day läuft eine großangelegte Fahndung. Eine Frau wurde getötet, mindestens 29 weitere Menschen erlitten Verletzungen, einige davon schwer. Vier Betroffene wurden auf Intensivstationen behandelt.
Der Angriff begann am Samstag kurz vor 22 Uhr in der Nähe des Tiergartens. Nach Angaben von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt fuhr der Täter zunächst mit einem Fahrzeug in eine Menschenmenge. Anschließend soll er weitere Personen mit einer Klinge angegriffen haben, bei der es sich möglicherweise um eine Machete handelte. Der Tatort lag mehrere Hundert Meter außerhalb des abgesicherten Veranstaltungsgeländes.
Die Polizei fahndet nach einem 21-jährigen deutschen Staatsbürger mit libanesischem Hintergrund. Der Mann war den Behörden bereits wegen mehrerer Straftaten bekannt und soll der islamistischen Szene zugerechnet worden sein. Eine frühere Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten war laut den vorliegenden Angaben zur Bewährung ausgesetzt worden. Ob der Verdächtige allein handelte oder Unterstützung hatte, ist weiterhin unklar.
Mehr als tausend Einsatzkräfte beteiligten sich an der Suche. Kontrolliert wurden unter anderem Bahnhöfe, Flughäfen und Grenzübergänge. Eine mutmaßlich mit dem Angriff verbundene Wohnung wurde durchsucht. Mehrere Personen kamen vorübergehend in Polizeigewahrsam, einige wurden später wieder freigelassen. Die Bundesanwaltschaft übernahm wegen des Terrorverdachts die Ermittlungen.
Bundeskanzler Friedrich Merz verurteilte die Tat scharf. Extremisten hätten keinen Platz in der Gesellschaft, erklärte er. Deutschland werde seine Freiheit und Offenheit verteidigen und alles unternehmen, um den Täter oder mögliche Mittäter vor Gericht zu bringen. Zugleich dankte er den Rettungs- und Sicherheitskräften für ihr schnelles Eingreifen.
Am Brandenburger Tor und im Tiergarten versammelten sich zahlreiche Menschen zu Mahnwachen. Blumen, Kerzen und Botschaften wie „Wir sind wütend und traurig“ sowie „Liebe siegt“ erinnerten an die Opfer. Die Polizei warnt ausdrücklich davor, sich dem mutmaßlich bewaffneten und gefährlichen Gesuchten selbst zu nähern.
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