Die vier Astronautinnen und Astronauten der Mission Artemis II sind nach einem neuntägigen Flug sicher zur Erde zurückgekehrt. Die Orion-Kapsel wasserte am Freitag um 01.07 Uhr BST beziehungsweise 20.07 Uhr Ortszeit im Pazifik. Kommandant Reid Wiseman bestätigte unmittelbar nach der Landung, dass es der Crew gut gehe. Wenig später sprach die Nasa von einem »Lehrbuch-Manöver«.
Mit der erfolgreichen Rückkehr endet die erste bemannte Mondumrundung seit Jahrzehnten – und für die US-Raumfahrt beginnt eine neue Phase. Nasa-Chef Jared Isaacman sprach von einem historischen Moment: Man sei nun wieder im Geschäft, Astronauten zum Mond zu schicken und sicher zurückzubringen. »Das ist erst der Anfang«, sagte er.
Vor der Wasserung hatte die Kapsel planmäßig die Atmosphäre durchquert. Wie bei solchen Missionen üblich, kam es dabei zu einem rund sechsminütigen Funkabbruch – ein technisch erwartbarer, aber heikler Abschnitt des Wiedereintritts. Danach meldete sich die Crew zurück. Die Erleichterung im Kontrollzentrum in Houston war entsprechend groß.
Die vierköpfige Besatzung – Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen – wurde nach der Landung schrittweise aus der Orion-Kapsel geborgen. Spezialisierte Bergungsteams der US Navy sicherten das Raumfahrzeug zunächst auf dem Wasser, bevor die Astronautinnen und Astronauten einzeln ausstiegen. Anschließend wurden sie per Hubschrauber auf das Marineschiff USS John P. Murtha gebracht, wo erste medizinische Untersuchungen stattfanden.
Nach Angaben der Nasa befanden sich alle Crewmitglieder in guter Verfassung. Eine Medizinerin bestätigte, alle vier seien »green« – also wohlauf. Auf dem Schiff werden nun unter anderem Puls, Blutdruck, Gleichgewichtssinn sowie neurologische Reaktionen überprüft. Nach einem Aufenthalt in Schwerelosigkeit reagieren insbesondere Innenohr und Orientierungssystem häufig empfindlich. In den kommenden Tagen soll die Crew nach Houston zurückkehren, wo die medizinischen und technischen Daten der Mission detailliert ausgewertet werden.
Artemis II hatte am 6. April einen neuen Distanzrekord für bemannte Raumfahrt aufgestellt. Beim Vorbeiflug am Mond erreichte das Raumschiff eine Entfernung von 406.771 Kilometern zur Erde. Damit reisten erstmals Menschen weiter ins All als jede Crew zuvor. Die Mission dauerte insgesamt neun Tage, eine Stunde, 32 Minuten und 15 Sekunden.
Für die Nasa gilt Artemis II als entscheidender Testflug für das neue Mondprogramm. Neben der Technik stand auch die Belastung des menschlichen Körpers im Fokus – insbesondere außerhalb des schützenden Erdmagnetfelds, wo die Strahlenbelastung deutlich höher ist. Genau diese Daten sollen für die nächsten Schritte entscheidend sein.
US-Präsident Donald Trump gratulierte der Crew in den sozialen Medien zur sicheren Rückkehr und lud die Astronautinnen und Astronauten ins Weiße Haus ein. Die politische Symbolik ist klar: Die USA wollen nach Jahren der Verzögerungen und Rückschläge wieder als führende Raumfahrtnation auftreten.
Die Bilder aus Houston und vom Bergungsschiff vermittelten am Ende vor allem eines: Erleichterung. Nach einem Flug zum Mond und zurück, nach Rekorddistanz, Funkstille und riskantem Wiedereintritt sind vier Menschen gesund auf die Erde zurückgekehrt. Für die Nasa ist das mehr als ein Prestigeerfolg – es ist die Generalprobe für die Rückkehr des Menschen auf den Mond.
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