In Leipzig sorgt ein Bericht aus Spanien derzeit für reichlich Kopfschütteln. Ausgerechnet Martín Demichelis soll ein Kandidat auf den Trainerposten bei RB Leipzig sein? Für viele Fans klingt das eher nach einem schlechten Sommerloch-Gerücht als nach einem ernsthaften Plan.
Dabei hat Ole Werner gerade eine Saison hinter sich, die man nüchtern betrachtet kaum besser hätte erwarten können. Platz drei in der Bundesliga, die direkte Qualifikation für die Champions League und dazu ein großer Umbruch im Kader, den die Mannschaft erstaunlich stabil gemeistert hat.
Und jetzt soll plötzlich über einen Trainerwechsel nachgedacht werden?
„Ganz ehrlich: Was soll das denn?“, fragt sich ein RB-Anhänger. „Werner hat geliefert. Er hat aus einer Mannschaft mit vielen neuen Spielern wieder ein Top-Team gemacht. Warum sollte man so etwas freiwillig aufs Spiel setzen?“
Besonders das Profil von Demichelis sorgt für Verwunderung. Der Argentinier musste zuletzt mit Mallorca den Gang in die zweite spanische Liga antreten. Dass ausgerechnet ein Trainer mit einem Abstieg im Gepäck die Lösung für einen Champions-League-Teilnehmer sein soll, erschließt sich vielen Fans nicht.
„Ich habe nichts gegen Demichelis. Aber wo ist die Logik? Werner führt Leipzig in die Königsklasse und dann schaut man sich einen Trainer an, der gerade abgestiegen ist? Das versteht doch keiner“, heißt es in Fanforen.
Hinzu kommt, dass Werner im Klub als akribischer Arbeiter gilt und das Vertrauen großer Teile der Mannschaft genießt. Sportchef Marcel Schäfer hatte zuletzt mehrfach deutlich gemacht, dass er gerne mit dem Trainer verlängern würde.
Genau deshalb sorgen die Meldungen über unterschiedliche Ansichten innerhalb des Red-Bull-Kosmos für Unruhe. Viele Anhänger befürchten, dass erneut strategische Überlegungen aus den Konzernzentralen wichtiger werden könnten als die sportlichen Ergebnisse auf dem Platz.
„Manchmal hat man das Gefühl, bei RB reicht Erfolg allein nicht mehr. Platz drei, Champions League – offenbar muss man inzwischen auch noch zaubern können“, sagt ein Fan mit einer Portion Sarkasmus.
Noch ist ohnehin nichts entschieden. Werner befindet sich aktuell im Urlaub und soll nach seiner Rückkehr Gespräche mit der Vereinsführung führen. Erst danach dürfte klar werden, wie die Zukunft auf der Trainerbank tatsächlich aussieht.
Für viele Leipziger Fans steht die Sache allerdings schon jetzt fest:
Wer eine erfolgreiche Saison spielt, die Champions League erreicht und eine junge Mannschaft weiterentwickelt, sollte nicht über seine Zukunft diskutieren müssen – sondern einen neuen Vertrag bekommen.
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