Was jahrzehntelang als Science-Fiction galt, ist an der Börse nun Realität geworden: Elon Musk hat es geschafft, als erster Mensch offiziell in die Liga der Billionäre aufzusteigen. Nicht mit einer Mars-Mission, sondern mit einem Börsengang.
Am Freitag startete die SpaceX-Aktie an der Nasdaq – und zwar ungefähr so zurückhaltend wie eine Falcon-9-Rakete auf Koffein. Der Ausgabepreis lag bei 135 Dollar, wenige Minuten später standen bereits 150 Dollar auf der Anzeigetafel. Anleger jubelten, Analysten rechneten und Elon Musk dürfte kurz überlegt haben, ob er nicht gleich den Mond kaufen soll.
Die erste Billion – bitte zum Mitnehmen
Durch den Börsengang wird SpaceX mit rund 1,77 Billionen Dollar bewertet. Musks Anteil daran katapultiert sein Vermögen auf über 1,1 Billionen Dollar.
Zur Einordnung: Für dieses Geld könnte man ungefähr 1.000 Elbphilharmonien bauen, mehrere kleinere Staaten erwerben oder jedem Einwohner einer Großstadt einen eigenen Tesla schenken – inklusive Premium-Abo und Mars-Warteliste.
Allerdings gibt es einen kleinen Haken: Das Vermögen existiert hauptsächlich auf dem Papier. Würde Musk morgen versuchen, alles zu verkaufen, würde die Börse wahrscheinlich schneller kollabieren als ein WLAN-Router während einer Videokonferenz.
Vom Kantinenkoch zum Raketen-Millionär
Während sich die Öffentlichkeit auf den neuen Billionär konzentriert, spielt sich die eigentliche Sensation im Maschinenraum des Konzerns ab.
Mehr als 4.400 aktuelle und ehemalige SpaceX-Mitarbeiter sollen durch ihre Aktienpakete über Nacht zu Millionären geworden sein. Darunter Ingenieure, Techniker, Schweißer, Kantinenkräfte und Mitarbeiter an den Startanlagen.
Der amerikanische Traum bekam damit ein Update: Früher arbeitete man sich vom Tellerwäscher zum Millionär hoch. Heute reicht es offenbar, Raketen zusammenzuschrauben oder das Mittagessen für die Raketenbauer auszugeben.
Einige Beschäftigte sitzen sogar auf Aktienpaketen im Wert von mehr als 100 Millionen Dollar. Für manche dürfte der Weg zur Arbeit damit plötzlich deutlich entspannter geworden sein.
Experten zwischen Euphorie und Schnappatmung
An den Börsen herrscht unterdessen das übliche Schauspiel. Die einen sehen in SpaceX die Zukunft der Menschheit, die anderen die teuerste Wette seit Einführung des Glücksspiels.
Optimisten vergleichen Musk bereits mit Kolumbus. Kritiker erinnern daran, dass Kolumbus wenigstens wusste, dass Wasser nass ist.
Viele Experten raten deshalb zu Vorsicht. Die Großinvestoren, die ihre Anteile deutlich günstiger erhalten haben, könnten schon bald Gewinne mitnehmen. Andere Anleger wiederum träumen bereits von Renditen, die so steil verlaufen wie die Flugbahn einer Starship-Rakete.
Die teuerste Eintrittskarte zum Mars
Fest steht: Der Börsengang von SpaceX ist einer der spektakulärsten Momente der Finanzgeschichte.
Ob daraus die nächste große Erfolgsstory entsteht oder die teuerste Achterbahnfahrt der Wall Street, wird sich zeigen.
Bis dahin kann Elon Musk zumindest einen neuen Titel auf seine Visitenkarte drucken:
„Erster Billionär der Menschheitsgeschichte – und nebenbei Betreiber eines Raumfahrtunternehmens.“
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