Startseite Allgemeines Formel 1 entdeckt die Langsamkeit: Podiumsplatz erst fünf Tage später vergeben
Allgemeines

Formel 1 entdeckt die Langsamkeit: Podiumsplatz erst fünf Tage später vergeben

twigaconseils (CC0), Pixabay
Teilen

Die Formel 1 gilt als schnellste Rennserie der Welt. Autos rasen mit über 300 km/h über die Strecke, Teams entscheiden in Sekundenbruchteilen über Sieg oder Niederlage – und bei der Auswertung eines Podiumsplatzes braucht man dann ungefähr so lange wie eine deutsche Behörde für einen Bauantrag.

Fünf Tage nach dem Großen Preis von Monaco hat die Formel 1 nämlich festgestellt: Das Podium war falsch.

Plötzlich darf sich Pierre Gasly doch über Platz drei freuen. Nicht etwa wegen eines spektakulären Überholmanövers oder einer sensationellen Rennstrategie. Nein. Wegen 77 Zentimetern.

Die große Jagd nach dem Zentimeter

Zunächst hatte Gasly zwei Zeitstrafen kassiert, weil er in der Boxengasse angeblich zu schnell unterwegs gewesen sein soll. Die Messung ergab erschütternde Geschwindigkeitsüberschreitungen von 0,1 km/h und 0,4 km/h.

Praktisch Raserei.

Alpine legte Protest ein und entdeckte dabei etwas Bemerkenswertes: Die Formel 1 hatte mit falschen Streckenmaßen gerechnet.

Nach Umbauten an der Boxeneinfahrt war die Distanz zwischen zwei Messpunkten nicht mehr 26,92 Meter lang, sondern lediglich 26,15 Meter.

Der Unterschied?

77 Zentimeter.

Also ungefähr die Länge eines durchschnittlichen Dackels.

Dackel entscheidet über Podiumsplatz

Weil die Formel 1 mit alten Zahlen gerechnet hatte, waren die Strafen falsch. Gasly bekam seine verlorene Zeit zurück und damit auch seinen dritten Platz.

Man stelle sich die Szene vor:

Ingenieure analysieren Millionen Datenpunkte, simulieren Reifenverschleiß, berechnen Luftströmungen auf den Millimeter genau – und am Ende entscheidet ein fehlender Dreiviertelmeter darüber, wer Champagner auf dem Podium verspritzen darf.

Mercedes schaut zu und ärgert sich

Besonders bitter dürfte die Geschichte bei Mercedes angekommen sein.

Denn auch George Russell erhielt eine identische Strafe. Sein Team verzichtete allerdings auf einen Protest.

Mit anderen Worten: Während Alpine die Maßband-Abteilung aktivierte, dachte man in Brackley offenbar: „Wird schon stimmen.“

Tat es nicht.

Hätte Mercedes Einspruch eingelegt, würde heute womöglich Russell statt Gasly als Dritter geführt werden. Im WM-Kampf wären das gleich 15 zusätzliche Punkte gewesen.

Neue Formel-1-Regel: Immer nachmessen

Die Affäre zeigt einmal mehr: In der Formel 1 entscheiden manchmal nicht Motorleistung, Fahrkunst oder Strategie über Erfolg und Niederlage.

Manchmal reicht ein Zollstock.

Und während die Fahrer künftig weiterhin um Tausendstelsekunden kämpfen, wird man in den Garagen vermutlich vorsichtshalber noch etwas anderes einpacken:

Ein Maßband.

Man weiß ja nie, wann die nächsten 77 Zentimeter Weltgeschichte schreiben.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

„Was soll das denn?“ – RB-Fan reagiert fassungslos auf Demichelis-Gerücht

In Leipzig sorgt ein Bericht aus Spanien derzeit für reichlich Kopfschütteln. Ausgerechnet...

Allgemeines

Elon hebt ab – diesmal ohne Rakete

Was jahrzehntelang als Science-Fiction galt, ist an der Börse nun Realität geworden:...

Allgemeines

Bombendrohung sorgt für Evakuierung am JFK-Flughafen in New York

Am internationalen Flughafen John F. Kennedy (JFK) in New York hat eine...

Allgemeines

WM-Tipp: Kanada – Bosnien-Herzegowina

Kanada startet als Co-Gastgeber mit viel Druck in das Turnier. Die Nordamerikaner...