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Wohnungskrise in den USA: Warum sich immer mehr Menschen Wohnen nicht leisten können

legacyatjonesfarm (CC0), Pixabay
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Die Wohnkosten in den USA steigen seit Jahren schneller als viele Einkommen. Eine neue Studie des Joint Center for Housing Studies der Harvard University zeigt, dass sich die Lage 2026 weiter verschärft hat. Für Millionen Amerikaner wird es zunehmend schwieriger, eine bezahlbare Wohnung oder ein Eigenheim zu finden.

Weniger Menschen gründen eigene Haushalte

Hohe Wohnkosten, Studienkredite, wirtschaftliche Unsicherheit und ein schwächerer Arbeitsmarkt führen dazu, dass viele Menschen länger bei ihren Familien wohnen oder Wohngemeinschaften bilden.

Im Jahr 2025 entstanden lediglich 1,1 Millionen neue Haushalte – ein Wert, der zuletzt während der Großen Rezession erreicht wurde. Gleichzeitig zogen 2024 nur 11,2 Prozent der Amerikaner um – der niedrigste jemals gemessene Wert.

Immer mehr Einkommen fließt ins Wohnen

Die Belastung durch Wohnkosten betrifft sowohl Eigentümer als auch Mieter:

  • Rund 20,7 Millionen Eigentümerhaushalte (24 Prozent) gaben 2024 mehr als 30 Prozent ihres Einkommens für Wohnkosten aus.
  • 9,6 Millionen Eigentümer mussten sogar mehr als die Hälfte ihres Einkommens dafür aufwenden.
  • Bei Mietern ist die Situation noch schwieriger: 22,7 Millionen Haushalte, also etwa die Hälfte aller Mieter, gelten als finanziell überlastet.
  • 12,1 Millionen Mieter geben mehr als 50 Prozent ihres Einkommens für Miete und Nebenkosten aus.

Zu wenig bezahlbarer Wohnraum

Besonders betroffen sind Menschen mit niedrigem Einkommen. Im Jahr 2024 gab es etwa 11 Millionen Haushalte mit sehr geringem Einkommen. Für sie standen jedoch nur 3,8 Millionen bezahlbare und tatsächlich verfügbare Mietwohnungen zur Verfügung.

Damit konnte lediglich etwa ein Drittel des Bedarfs gedeckt werden. Viele Betroffene müssen daher einen überproportional hohen Anteil ihres Einkommens für Wohnraum aufbringen oder finden gar keine passende Unterkunft.

Ältere Häuser verursachen höhere Kosten

Ein weiterer Faktor sind die hohen Instandhaltungskosten. Die meisten Wohngebäude in den USA sind inzwischen mehr als 40 Jahre alt.

Eigentümer von Häusern, die vor 1940 gebaut wurden, gaben durchschnittlich rund 6.700 US-Dollar pro Jahr für Reparaturen und Modernisierungen aus. Das sind etwa 50 Prozent mehr als Besitzer neuerer Häuser.

Die Krise betrifft das ganze Land

Die Wohnungsprobleme beschränken sich nicht auf einzelne Regionen. Besonders hohe Mietbelastungen finden sich in Bundesstaaten wie Florida und Nevada. Die höchsten Kosten für Wohneigentum entstehen vor allem in Kalifornien und Hawaii.

Dennoch zeigt die Studie, dass die Krise nahezu alle Bevölkerungsgruppen betrifft – unabhängig von Alter, Wohnort oder Eigentumsstatus.

Minderheiten besonders stark betroffen

Menschen aus ethnischen Minderheiten leiden überdurchschnittlich häufig unter hohen Wohnkosten. Bei Haushalten mit schwarzem Eigentümer gelten 32 Prozent als finanziell belastet, bei Haushalten mit hispanischem Hintergrund 29 Prozent. Bei weißen Eigentümern liegt dieser Anteil bei 22 Prozent.

Fazit

Die Harvard-Studie zeichnet das Bild eines Wohnungsmarktes, in dem das Angebot an bezahlbarem Wohnraum nicht mit der Nachfrage Schritt hält. Hohe Preise, steigende Nebenkosten und ein Mangel an verfügbaren Wohnungen erschweren es Millionen Amerikanern, eine stabile und bezahlbare Wohnsituation zu erreichen. Besonders Menschen mit niedrigen Einkommen sind von der Krise betroffen, deren Lösung zunehmend als eine der wichtigsten sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen der USA gilt.

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