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RasenBullshit fällt einem zu dem Trainerrausschmiss von Ole Werner ein

jorono (CC0), Pixabay
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Wir kennen die internen Abläufe bei RB Leipzig nicht. Wir sitzen nicht mit am Tisch, wenn Marcel Schäfer, Jürgen Klopp, Oliver Mintzlaff oder andere Verantwortliche über die sportliche Zukunft des Vereins diskutieren. Wir kennen keine vertraulichen Analysen, keine internen Berichte und keine persönlichen Gespräche.

Was wir allerdings kennen, sind die Fakten, die jeder sehen kann.

Und diese Fakten sorgen bei vielen Fans für Kopfschütteln.

Ole Werner hat RB Leipzig zurück in die Champions League geführt. Er hat einen großen Umbruch begleitet. Er hat die Mannschaft stabilisiert. Er hat das offizielle Saisonziel erreicht. Und trotzdem wurde er entlassen.

Natürlich hat jeder Verein das Recht, einen Trainerwechsel vorzunehmen. Niemand behauptet, dass sportlicher Erfolg automatisch eine Jobgarantie bedeutet. Aber dann muss die Erklärung für die Öffentlichkeit nachvollziehbar sein. Genau daran bestehen derzeit erhebliche Zweifel.

Denn die Botschaft, die bei den Fans ankommt, lautet vereinfacht gesagt: Du kannst erfolgreich sein, deine Ziele erreichen und trotzdem deinen Job verlieren.

Das ist schwer zu vermitteln.

Ein Eigentor für das Image von RB Leipzig

RB Leipzig hat ohnehin seit Jahren mit einem schwierigen Image zu kämpfen. Viele traditionelle Fußballfans betrachten den Verein kritisch. Ob diese Kritik berechtigt ist oder nicht, spielt dabei zunächst keine Rolle. Entscheidend ist, dass sie existiert.

Gerade deshalb müsste der Verein besonders darauf achten, wie Entscheidungen nach außen wirken.

Die Entlassung von Ole Werner liefert den Kritikern nun eine perfekte Vorlage.

Von außen betrachtet entsteht der Eindruck, dass selbst sportlicher Erfolg nicht genügt, wenn andere Faktoren gegen einen Trainer sprechen. Ob dieser Eindruck gerechtfertigt ist oder nicht, wird von vielen Fans inzwischen gar nicht mehr hinterfragt. Er ist einfach da.

Und genau das ist das Problem.

Marcel Schäfer steht nun im Mittelpunkt

Für Marcel Schäfer beginnt jetzt eine unangenehme Phase.

Als Sportgeschäftsführer trägt er Verantwortung für diese Entscheidung. Das gehört zu seinem Job. Wer große Entscheidungen trifft, muss auch mit den Konsequenzen leben.

Und die erste Konsequenz ist, dass seine Arbeit künftig deutlich kritischer bewertet werden wird.

Das ist keine persönliche Kritik, sondern ein normaler Vorgang im Profifußball.

Wenn ein Trainer nach einer erfolgreichen Saison entlassen wird, richtet sich der Blick automatisch auf diejenigen, die diese Entscheidung getroffen haben.

Sollte der Nachfolger erfolgreich sein, wird Schäfer Anerkennung bekommen.

Sollte die Entscheidung scheitern, wird man ihn daran erinnern, dass er einen Trainer entlassen hat, der die Champions-League-Qualifikation geschafft hatte.

So einfach funktioniert Fußball.

Auch Jürgen Klopp gerät in den Fokus

Noch spannender ist die Situation bei Jürgen Klopp.

Klopp genießt im deutschen Fußball einen beinahe einzigartigen Ruf. Für viele Fans war er immer der authentische Fußballtrainer, der Klartext redet, Emotionen zeigt und sich von reinen Management-Denkmustern unterscheidet.

Deshalb wird sein Name in dieser Angelegenheit besonders aufmerksam verfolgt.

Sollte sich der Eindruck verfestigen, dass Klopp die Trennung von Werner zumindest unterstützt hat, wird auch sein Ansehen bei einem Teil der Fans darunter leiden. Ob gerechtfertigt oder nicht – solche Wahrnehmungen entstehen im Fußball sehr schnell.

Gerade weil Klopp einen so hohen Sympathiewert besitzt, fallen Enttäuschungen hier besonders ins Gewicht.

Demichelis startet mit einem gewaltigen Rucksack

Der möglicherweise größte Verlierer dieser Entwicklung könnte am Ende sogar Martin Demichelis sein.

Denn er kommt nicht als neuer Trainer in einen Verein, der gerade eine Krise erlebt.

Er kommt als Nachfolger eines Trainers, der sportlich erfolgreich war.

Das verändert die Erwartungshaltung komplett.

Demichelis wird nicht daran gemessen werden, ob er die Mannschaft verbessert.

Er wird daran gemessen werden, ob die Entlassung von Ole Werner gerechtfertigt war.

Und das ist eine extrem schwierige Ausgangslage.

Viele Fans werden sich bei jeder Niederlage fragen: War das wirklich nötig?

Bei jedem schwachen Auftritt wird die Diskussion zurückkehren.

Bei jeder Krise wird der Name Ole Werner wieder auftauchen.

Der Verein hat sich selbst unter Erfolgszwang gesetzt

Deshalb hat RB Leipzig mit dieser Entscheidung den Druck auf die eigene Führung massiv erhöht.

Wer einen erfolgreichen Trainer austauscht, kann sich am Ende nicht mit denselben Ergebnissen zufriedengeben.

Dann muss mehr kommen.

Mehr Punkte.

Mehr Entwicklung.

Mehr Attraktivität.

Mehr Erfolg.

Andernfalls wird die Frage unausweichlich werden, warum man überhaupt gehandelt hat.

Die Fans werden genau hinschauen

In den kommenden Monaten wird deshalb nicht nur die Mannschaft beobachtet werden.

Auch die Verantwortlichen stehen unter Beobachtung.

Marcel Schäfer.

Oliver Mintzlaff.

Jürgen Klopp.

Alle werden sich an den Folgen dieser Entscheidung messen lassen müssen.

Und die Reaktion vieler Fans dürfte deutlich ausfallen. Fußballfans akzeptieren vieles. Aber sie erwarten meistens, dass Erfolg belohnt wird.

Wenn dieser Zusammenhang nicht mehr erkennbar ist, entsteht Unverständnis.

Genau dieses Unverständnis ist derzeit rund um RB Leipzig deutlich spürbar.

Fazit

Vielleicht wird sich die Entscheidung am Ende als genial erweisen. Vielleicht führt Martin Demichelis Leipzig zu einer noch erfolgreicheren Zukunft. Im Fußball ist alles möglich.

Stand heute bleibt jedoch vor allem ein Eindruck:

RB Leipzig hat einen Trainer entlassen, der seine sportlichen Ziele erreicht hat.

Und damit haben die Verantwortlichen nicht nur Ole Werner unter Druck gesetzt, sondern vor allem sich selbst.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob sie dafür gute Gründe hatten – oder ob diese Entscheidung als einer der größten Fehlgriffe der jüngeren Vereinsgeschichte in Erinnerung bleiben wird.

Ich bin mir sicher, das Marcel Schäfer jetzt wieder bei uns anruft und Beschimpft. Lieber wir bekommen seinen Frust ab, als Jemand anders, sagen wir.

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