Ein Bundesrichter in Washington hat die US-Regierung aufgefordert, bis zum 19. Juni darzulegen, wie das Kennedy Center während der geplanten Renovierungsarbeiten weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben soll.
Die Regierung von Präsident Donald Trump hatte angekündigt, das renommierte Kulturzentrum ab dem 4. Juli für zwei Jahre zu schließen. Die Renovierungskosten wurden auf rund 250 Millionen US-Dollar veranschlagt. Gleichzeitig sollte das Gebäude neben dem Namen des früheren Präsidenten John F. Kennedy auch Trumps Namen tragen.
Richter Christopher Cooper stoppte jedoch Ende Mai mehrere Maßnahmen der Regierung. Er entschied, dass die Umbenennung gegen das Gesetz von 1964 verstoße, mit dem das John F. Kennedy Center for the Performing Arts gegründet wurde. Nach seiner Auffassung sei das Kulturzentrum ausschließlich Kennedy gewidmet. Daraufhin wurde Trumps Name von der Website entfernt und auch die Beschriftung am Gebäude wieder abgebaut.
Zusätzlich untersagte der Richter vorläufig die vollständige Schließung des Kulturzentrums und die Einstellung sämtlicher Veranstaltungen. Nun verlangt er konkrete Informationen darüber, wie öffentliche Veranstaltungen, kulturelle Programme und der reguläre Betrieb nach dem 5. Juli 2026 fortgeführt werden sollen.
Der Konflikt gilt als weiterer Rückschlag für Trumps Pläne, mehrere symbolträchtige Bauprojekte in Washington umzusetzen. Dazu gehören unter anderem ein neuer Ballsaal am Weißen Haus, ein Triumphbogen in der Nähe des Arlington National Cemetery sowie Umbauten am Reflecting Pool vor dem Lincoln Memorial.
Der von Trump eingesetzte Verwaltungsrat des Kennedy Centers hatte bereits im März für die zweijährige Schließung und die geplanten Umbauten gestimmt. Die Entscheidung löste jedoch erhebliche Kritik aus. Zahlreiche Künstler und Kulturinstitutionen sagten aus Protest gegen die politische Einflussnahme ihre Auftritte ab, darunter der bekannte Komponist Philip Glass, die Washington National Opera und die Martha Graham Dance Company.
Trump verteidigte seine Pläne mit dem Argument, nur eine umfassende Schließung ermögliche eine grundlegende Modernisierung des Gebäudes. Nach Abschluss der Arbeiten solle das Kulturzentrum in neuer Größe und Bedeutung wiedereröffnet werden.
Die Regierung hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Bis zur endgültigen Entscheidung bleibt die Zukunft des Kennedy Centers jedoch ungewiss. Der Richter erwartet nun einen detaillierten Bericht über den Stand der Renovierungspläne und die weitere Nutzung des Kulturzentrums.
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