Der dritte Spieltag der Weltmeisterschaft hat einmal mehr gezeigt, warum eine Gruppenphase oft erst zum Schluss richtig spannend wird. Während sich einige Favoriten souverän behaupteten, mussten andere bis zur letzten Minute zittern. Am Ende standen England und Kolumbien als Gruppensieger fest, Kroatien löste das Ticket für das Sechzehntelfinale und die Demokratische Republik Kongo feierte einen emotionalen Erfolg.
England wird seiner Favoritenrolle gerecht
England ließ gegen Panama lange Geduld walten. Die Mittelamerikaner verteidigten diszipliniert und machten den „Three Lions“ das Leben über weite Strecken schwer. Erst nach der Pause erhöhte England das Tempo und spielte seine individuelle Klasse aus.
Jude Bellingham brach mit seinem Treffer zum 1:0 den Bann, ehe Harry Kane nur wenige Minuten später den Sack zumachte. Der 2:0-Erfolg war letztlich ungefährdet und bedeutete den verdienten Gruppensieg. Panama hielt kämpferisch dagegen, blieb offensiv aber weitgehend harmlos. Selbst der vermeintliche Ehrentreffer wurde wegen einer Abseitsstellung aberkannt.
England präsentiert sich damit weiterhin als einer der ernstzunehmenden Titelkandidaten.
Kroatien beweist einmal mehr seine Turniererfahrung
Wer Kroatien abschreibt, macht seit Jahren denselben Fehler.
Auch gegen Ghana zeigte die Mannschaft ihre große Stärke: Geduld, Erfahrung und Effizienz. Petar Sučić brachte sein Team mit einem Traumtor in Führung. Als Ghana nach dem Seitenwechsel endlich zum verdienten Ausgleich kam, dauerte die kroatische Antwort keine fünf Minuten.
Eine Ecke von Luka Modrić fand Nikola Vlašić, der per Kopf den entscheidenden Treffer erzielte. Genau diese Kaltschnäuzigkeit zeichnet die Kroaten seit Jahren bei großen Turnieren aus.
Ghana verkaufte sich teuer und darf als einer der besten Gruppendritten weiter hoffen.
Kolumbien belohnt sich nur mit dem Gruppensieg
Das torlose Unentschieden gegen Portugal klingt auf dem Papier unspektakulär. Wer das Spiel gesehen hat, weiß jedoch, dass Kolumbien die klar bessere Mannschaft war.
Die Südamerikaner erspielten sich zahlreiche Möglichkeiten, trafen sogar einmal ins Netz, scheiterten aber an einer hauchdünnen Abseitsentscheidung. Die Chancenverwertung blieb der einzige Kritikpunkt.
Portugal wirkte überraschend ideenlos. Besonders Cristiano Ronaldo blieb erneut weit hinter den Erwartungen zurück und fand kaum ins Spiel.
Trotz des 0:0 geht der Gruppensieg völlig verdient an Kolumbien.
Demokratische Republik Kongo sorgt für große Emotionen
Die wohl emotionalste Geschichte des Tages schrieb die Demokratische Republik Kongo.
Nach einem frühen Rückstand gegen ein mutig auftretendes Usbekistan schien das Aus zunächst möglich. Doch die Mannschaft kämpfte sich mit großem Willen zurück. Erst ein verwandelter Elfmeter brachte den Ausgleich, ehe Mayele und Wissa in der Schlussphase den viel umjubelten 3:1-Erfolg perfekt machten.
Usbekistan scheiterte letztlich auch am eigenen Pech. Ausgerechnet Abwehrchef Khusanov verursachte den Elfmeter und hob später beim entscheidenden Treffer das Abseits auf.
Der Kongo zieht damit hochverdient als Gruppendritter in die K.-o.-Runde ein und dürfte dort für weitere Überraschungen gut sein.
Das Achtelfinale verspricht Hochspannung
Mit England, Kolumbien und Kroatien stehen drei Mannschaften im Sechzehntelfinale, die ihre Ambitionen eindrucksvoll untermauert haben. England überzeugt mit individueller Klasse, Kolumbien mit attraktivem Offensivfußball und Kroatien einmal mehr mit Erfahrung und Cleverness.
Ghana und die Demokratische Republik Kongo dürfen als Gruppendritte weiter hoffen und haben bereits bewiesen, dass sie jedem Gegner Probleme bereiten können.
Die Weltmeisterschaft nimmt damit richtig Fahrt auf – und die K.-o.-Phase verspricht schon jetzt einige echte Fußball-Leckerbissen.
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