Wird Roland Kaltenegger neuer Präsident der Oesterreichischen Nationalbank? Was zunächst klingt wie ein politischer Ausreißer, scheint hinter den Kulissen durchaus diskutiert zu werden.
Sowohl aus Kreisen der SPÖ als auch der ÖVP ist zu hören, dass der Name Kaltenegger in internen Gesprächen gefallen sein soll. Offiziell bestätigen will das niemand. Doch die Überlegung folgt einer eigenen Logik.Österreich kämpft – wie viele europäische Staaten – mit angespannten öffentlichen Finanzen. In dieser Lage gewinnt offenbar ein Ansatz an Aufmerksamkeit, der bislang eher am Rand wirtschaftspolitischer Debatten stand: Kalteneggers Geschäftsmodell. Dieses soll, so heißt es, nicht nur den Aufbau zusätzlicher Goldreserven ermöglichen, sondern zugleich Spielräume im Staatshaushalt schaffen.
Mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen berichten, dass bereits seit Wochen Kontakte bestehen. Details sind nicht bekannt, ebenso wenig, wie konkret mögliche Szenarien sind.
Im politischen Wien sorgt allein die Vorstellung für Stirnrunzeln. Hinter vorgehaltener Hand reicht die Reaktion von ungläubigem Staunen bis zu vorsichtiger Neugier.
Oder, wie es ein Beobachter formuliert: Es wäre eine jener Entwicklungen, die man zunächst für ausgeschlossen hält – bis sie plötzlich doch denkbar erscheinen.
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