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Wie Irans Druck auf Hormus die Energieströme im Nahen Osten verändert

FarkhodVakhob9TJK9 (CC0), Pixabay
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Der Konflikt mit Iran hat sich nach Einschätzung des früheren US-Regierungsberaters Brett McGurk zunehmend zu einem Ringen um die Kontrolle der Straße von Hormus entwickelt. Die Meerenge zählt zu den wichtigsten Transportwegen für die weltweite Energieversorgung. Iran blockiert sie demnach nicht vollständig, greift jedoch zivile Schiffe mit Drohnen und Marschflugkörpern an. Bereits diese Bedrohung reicht aus, um Reedereien abzuschrecken und den Handelsverkehr erheblich zu beeinträchtigen.

Kurzfristig verschafft diese Strategie Teheran einen Vorteil. Rund 20 Prozent des globalen Energiehandels passieren die Straße von Hormus. Vor dem Krieg wurden täglich etwa 23 Millionen Barrel Öl und andere Energieprodukte durch die Meerenge transportiert. Eine anhaltende Störung könnte deshalb Energiepreise erhöhen, Inflation antreiben und die Weltwirtschaft belasten.

Langfristig könnte Iran jedoch das Gegenteil seines Ziels erreichen. Staaten am Golf und internationale Energiekonzerne beschleunigen den Ausbau von Pipelines, Häfen und Transportkorridoren, die Hormus umgehen. Damit soll die Abhängigkeit von einer einzigen, politisch und militärisch verwundbaren Route sinken.

Saudi-Arabien setzt dabei auf seine Ost-West-Pipeline zum Roten Meer. Während der aktuellen Krise konnten darüber laut Analyse rund sieben Millionen Barrel täglich exportiert werden. Bis Ende 2029 soll die Kapazität auf bis zu neun Millionen Barrel steigen. Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen ihre bestehende Verbindung zu einem Hafen südlich der Meerenge bis Ende 2027 auf 3,6 Millionen Barrel täglich verdoppeln.

Auch der Irak arbeitet an mehreren Alternativen. Geplant beziehungsweise reaktiviert werden Verbindungen über Syrien und die Türkei zum Mittelmeer sowie eine Pipeline durch Jordanien zum Hafen von Aqaba am Roten Meer. Zusammengenommen könnten bestehende und neue Umgehungsrouten nach einer Schätzung von Goldman Sachs bis Ende 2028 rund 60 Prozent der bislang durch Hormus transportierten Ölmenge aufnehmen.

Als historisches Vorbild gilt die Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline. Sie verringerte nach ihrer Fertigstellung im Jahr 2006 die Abhängigkeit von russisch kontrollierten Exportwegen und zeigte, wie Infrastruktur geopolitische Machtverhältnisse verändern kann.

Die neuen Projekte werden Zeit, Kapital und politische Zusammenarbeit erfordern. Dennoch zeichnet sich eine klare Entwicklung ab: Die Golfstaaten wollen ihre Energieexporte widerstandsfähiger machen. Irans Versuch, die Straße von Hormus als Druckmittel einzusetzen, könnte somit dazu führen, dass die Region künftig deutlich weniger von ihr abhängig ist.

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