Ein Vorstoß zur Abschaffung der halbjährlichen Zeitumstellung steht im US-Senat vor erheblichen Hürden. Das Repräsentantenhaus hatte zuletzt mit parteiübergreifender Unterstützung dafür gestimmt, die Sommerzeit dauerhaft einzuführen. Damit müssten die meisten Amerikaner ihre Uhren künftig weder im Frühjahr vor- noch im Herbst zurückstellen.
Auch der US-Präsident unterstützt das Vorhaben seit Jahren. Er bezeichnet die Zeitumstellung als unnötig und lästig. Im Senat ist jedoch unklar, ob die erforderliche Mehrheit von 60 Stimmen erreicht werden kann. Die Haltung der Abgeordneten richtet sich dabei weniger nach ihrer Parteizugehörigkeit als nach den geografischen Bedingungen ihrer Bundesstaaten.
Befürworter einer dauerhaften Sommerzeit argumentieren, dass die Umstellung im Frühjahr zu Schlafmangel führen und Gesundheit, Leistungsfähigkeit sowie den Schulalltag beeinträchtigen könne. Auch Unternehmen könnten von längeren hellen Abenden profitieren. Besonders in südlichen Bundesstaaten versprechen sich Gastronomie, Einzelhandel und Freizeitwirtschaft zusätzliche Umsätze.
Gegner warnen dagegen vor sehr dunklen Morgenstunden. In einigen Regionen müssten Beschäftigte noch vor Sonnenaufgang zur Arbeit fahren. Das könne beispielsweise auf Baustellen zusätzliche Sicherheitsrisiken verursachen. Besonders umstritten ist die Situation von Schulkindern, die bei dauerhafter Sommerzeit im Winter teilweise im Dunkeln zu Fuß gehen oder auf den Schulbus warten müssten.
Die USA hatten während der Ölkrise in den 1970er-Jahren bereits einmal eine dauerhafte Sommerzeit eingeführt. Die Regelung wurde jedoch rasch wieder aufgehoben, nachdem sie in der Bevölkerung auf breite Ablehnung gestoßen war.
Zusätzlich erschwert der politische Zeitplan eine Verabschiedung. Bis zu den Zwischenwahlen bleiben nur wenige Monate, während der Senat in einem großen Teil dieses Zeitraums nicht regulär tagt. Gleichzeitig stehen dringendere Entscheidungen an, darunter die Vermeidung eines erneuten Regierungsstillstands und die Verlängerung wichtiger Agrargesetze.
Selbst eine Abstimmung im Senat gilt daher als unsicher. Wegen der parteiübergreifenden Widerstände und des knappen Zeitfensters könnte das Gesetz scheitern – und die Amerikaner müssten ihre Uhren weiterhin zweimal im Jahr umstellen.
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