Man kennt Allergien gegen Pollen, Nüsse, Katzenhaare oder diesen einen Kollegen, der morgens schon nach „kurzes Meeting?“ fragt. Weniger bekannt ist: Manche Menschen reagieren offenbar auch auf andere Menschen — und zwar nicht nur emotional nach dem dritten schlechten Date, sondern körperlich.
Klingt erst einmal wie eine Ausrede aus der oberen Schublade: „Tut mir leid, ich kann dich nicht treffen, ich bin allergisch gegen Menschen.“ Doch ganz so absurd ist es nicht. In seltenen Fällen können Körpergerüche, Hautausdünstungen, Speichel oder andere Körperflüssigkeiten Reaktionen auslösen, die von Brennen und Juckreiz bis zu ernsthaften allergischen Beschwerden reichen können.
Besonders kurios: Die Auslöser sind nicht immer die Menschen selbst, sondern manchmal das, was sie mitbringen. Duftstoffe aus Deo, Aftershave, Cremes oder Haarprodukten können auf der Haut landen und bei empfindlichen Personen Beschwerden verursachen. Da wird aus „Du riechst aber gut“ im schlimmsten Fall ein medizinisches Problem mit Termin beim Facharzt.
Noch mysteriöser ist ein Phänomen, bei dem Betroffene berichten, dass andere Menschen in ihrer Nähe plötzlich husten, niesen oder würgen. Wissenschaftlich ist das bisher kaum verstanden, aber erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass bestimmte chemische Stoffe, die über die Haut abgegeben werden, eine Rolle spielen könnten. Der Mensch als wandelnder Raumduftspender — nur leider in der Sorte „bitte Fenster auf“.
Auch beim Küssen kann es kompliziert werden. Wer stark allergisch auf bestimmte Lebensmittel reagiert, kann unter Umständen schon durch Speichel in Kontakt mit Spuren davon kommen. Romantik ist also manchmal nicht nur eine Frage von Kerzenschein und Timing, sondern auch von: „Hast du heute Nüsse gegessen?“
Besonders heikel sind seltene Reaktionen auf Körperflüssigkeiten. In der Medizin sind Fälle bekannt, in denen Menschen nach intimem Kontakt allergieartige Beschwerden entwickeln. Die Symptome können lokal auftreten, in seltenen Fällen aber auch den ganzen Körper betreffen. Das ist für Betroffene nicht nur körperlich belastend, sondern auch emotional schwierig. Denn wie erklärt man einem Partner liebevoll: „Ich mag dich sehr, aber mein Immunsystem hat Einwände“?
Die gute Nachricht: Für manche dieser seltenen Reaktionen gibt es medizinische Ansätze, etwa Antihistaminika, Schutzmaßnahmen oder spezielle Gewöhnungsbehandlungen unter ärztlicher Aufsicht. Die schlechte Nachricht: Viele Betroffene werden zunächst nicht ernst genommen, weil das Ganze so ungewöhnlich klingt, dass selbst der Körper vermutlich denkt: „Das habe ich mir jetzt aber auch speziell ausgesucht.“
Das Thema zeigt vor allem, wie eigenwillig das menschliche Immunsystem sein kann. Es soll uns schützen, schießt aber manchmal derart übers Ziel hinaus, dass selbst Nähe, Zuneigung und Körperkontakt zur Herausforderung werden.
Kurz gesagt: Liebe kann brennen. Manchmal leider nicht nur metaphorisch.
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