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Regionalliga Nordost: Altglienicke kauft ein, der Osten reibt sich die Augen

StockSnap (CC0), Pixabay
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In der Regionalliga Nordost gibt es nur einen direkten Aufstiegsplatz. Also quasi einen goldenen Stuhl bei der Reise nach Jerusalem — nur dass diesmal offenbar einige Vereine gleich mit eigenem Orchester antreten.

Während Traditionsklubs wie Halle, Chemie oder Cottbus seriös am Kader schrauben, schaut die Liga plötzlich wieder nach Berlin-Altglienicke. Dort hat man offenbar beschlossen: Vierte Liga schön und gut, aber warum nicht einfach mal Personal einkaufen, das vom Lebenslauf her eher klingt wie Europapokal-Gruppenphase?

Erst kommt John Anthony Brooks. Ex-Hertha, Ex-Bundesliga, Ex-US-Nationalspieler, 252 Profispiele. Marktwert früher: 15 Millionen Euro. Jetzt also Regionalliga Nordost. Da fragt man sich schon: Hat das Navi „Champions League“ eingegeben und dann versehentlich „Altglienicke“ ausgespuckt?

Und weil ein ehemaliger Bundesliga-Verteidiger offenbar nur als kleine Vorspeise gedacht war, legt Sportchef Thorsten Mattuschka direkt nach: Tolga Cigerci kommt auch noch. Früher türkischer Nationalspieler, Galatasaray, Cottbus-Aufstiegsheld — jetzt also Spielmacher in der vierten Liga. Man muss der VSG lassen: Bescheidenheit wird dort offenbar nicht als Kaderprinzip geführt.

Beim Halleschen FC wundert man sich derweil hörbar. Kapitän Niklas Landgraf spricht von Geld, das da „herumfliegt“. Klingt ein bisschen so, als würde in Altglienicke nicht verhandelt, sondern mit Scheinen Konfetti gemacht. HFC-Sportchef Marian Unger schüttelt ebenfalls den Kopf und bringt es trocken auf den Punkt: Wer solche Spieler holt, darf sich danach bitte auch nicht als sympathischer Außenseiter mit Anlaufproblemen verkleiden.

Denn genau das ist der Reiz an dieser Geschichte: Altglienicke rüstet mal wieder auf, als müsse morgen Bayern München im Pokal empfangen werden. Große Namen, große Erwartungen, große Egos — und am Ende stand in den letzten Jahren trotzdem nie mehr als Platz vier. Die VSG ist ein bisschen wie jemand, der im Fitnessstudio jedes Jahr das teuerste Abo abschließt, aber beim Treppensteigen trotzdem schnauft.

Brooks, Cigerci, vorher schon Namen wie Gogia oder Pourié — das liest sich alles beeindruckend. Nur entscheidet die Regionalliga Nordost eben nicht nach Wikipedia-Einträgen, sondern auf Rasenplätzen, auf denen es manchmal mehr nach Bratwurst, Zweikampf und nasser Asche riecht als nach internationalem Flair.

Die Konkurrenz weiß jetzt jedenfalls, woran sie ist: Altglienicke will hoch. Nicht ein bisschen, nicht vielleicht, sondern mit Ansage und Preisschild. Jetzt müssen sie nur noch das machen, was bisher trotz Starbesetzung nicht geklappt hat: Erster werden.

Und genau da beginnt in dieser Liga bekanntlich der lustige Teil.

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