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Weiße Haus bereitet sich offenbar auf politische Vollbremsung vor

DonnaW (CC0), Pixabay
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Im Weißen Haus herrscht laut Medienberichten zunehmend Krisenstimmung. Donald Trump und seine Republikaner blicken nervös auf die Midterms im November – also jene traditionsreiche amerikanische Veranstaltung, bei der Wähler regelmäßig entscheiden, dass sie ihre letzte Wahlentscheidung vielleicht doch nicht ganz so genial fanden.

Die Umfragewerte des Präsidenten sind inzwischen derart schlecht, dass selbst Wetter-Apps optimistischer wirken. Laut einer aktuellen Erhebung sind 62 Prozent der Amerikaner unzufrieden mit Trump. Für einen Mann, der sich selbst gern als „größten Präsidenten aller Zeiten“ bezeichnet, ist das ungefähr so schmeichelhaft wie ein Yelp-Review mit einem Stern und dem Kommentar: „Hat geschrien und dann alles teurer gemacht.“

Besonders problematisch: Der Iran-Krieg entwickelt sich zunehmend zum politischen Bleigewicht. Die Bevölkerung wirkt ungefähr so begeistert davon wie von drei Dollar teurem Benzin und einem Truth Social-Abo.

Im Weißen Haus werden Mitarbeiter laut „Washington Post“ inzwischen intensiv darauf vorbereitet, dass die Demokraten möglicherweise die Kontrolle über Repräsentantenhaus und vielleicht sogar den Senat zurückerobern könnten. Es gibt Briefings darüber, wie man mit parlamentarischen Untersuchungen umgeht und was man besser nicht schriftlich festhält.

Mit anderen Worten:
Die Regierung bereitet sich vorsorglich schon einmal darauf vor, dass künftig andere Leute ihre E-Mails lesen könnten.

Besonders heikel wäre ein Verlust des Repräsentantenhauses. Denn dann könnten die Demokraten nicht nur Gesetze blockieren, sondern auch Untersuchungen starten oder erneut über ein Amtsenthebungsverfahren nachdenken. Amerika liebt schließlich Fortsetzungen – und „Impeachment 3: Orange Drift“ hätte definitiv Publikum.

Trump selbst versucht derweil Optimismus auszustrahlen. Er erklärte kürzlich:
„Wir müssen die Zwischenwahlen gewinnen.“
Was ungefähr denselben verzweifelten Unterton hat wie ein Fußballtrainer, der bei 0:5 Rückstand ruft: „Jetzt müssen wir einfach konzentriert bleiben.“

Die Republikaner hoffen offenbar darauf, dass sich bis November:

  • der Iran-Krieg beruhigt,
  • die Benzinpreise sinken,
  • die Wähler vergessen,
  • oder die Realität spontan republikanisch wird.

Gleichzeitig warnen Experten bereits vor neuen Manipulationsversuchen bei Wahlkreisen und Wahlregeln. In den USA gehört das inzwischen fast so selbstverständlich zum Wahlkampf wie Flaggen, Attack Ads und Kandidaten, die behaupten, Gott persönlich habe ihre Steuerpolitik inspiriert.

Sollten die Demokraten tatsächlich beide Kammern gewinnen, wäre Trump politisch eine sogenannte „lame duck“ – eine lahme Ente. Wobei man fairerweise sagen muss:
Trump wirkt eher wie ein wütender Truthahn auf Koffein.

Natürlich sind sechs Monate in der Politik eine Ewigkeit. Es kann noch viel passieren. Aber derzeit sieht es zumindest so aus, als würde selbst ein Teil der eigenen Anhänger langsam merken, dass permanente Empörung, internationale Krisen und tägliches Chaos auf Dauer vielleicht doch kein nachhaltiges Regierungsmodell sind.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Midterms tatsächlich frei, fair und laut genug werden, damit die Demokratie am Ende mehr Stimmen bekommt als das Ego eines einzelnen Mannes mit Social-Media-Zugang und Goldtapete.

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