Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran scheint ungefähr so haltbar zu sein wie ein Eiswürfel in der Wüste. Kaum hatte man sich gegenseitig versprochen, künftig etwas friedlicher miteinander umzugehen, flogen schon wieder Drohnen, Raketen und jede Menge gegenseitige Vorwürfe durch die Gegend.
US-Präsident Donald Trump zeigte sich empört und erklärte, der Iran habe mit Angriffen auf Schiffe in der Straße von Hormus die Vereinbarung „dumm verletzt“. Übersetzt heißt das wohl: „Wir hatten doch gerade erst aufgehört, uns gegenseitig zu bombardieren.“
Das US-Regionalkommando CENTCOM reagierte prompt und meldete Luftangriffe auf iranische Raketen- und Drohnenstellungen. Die Botschaft: Wenn schon Waffenruhe, dann bitte nur, solange sich auch alle daran halten – und zwar exakt so, wie Washington das versteht.
Teheran wiederum meldete Explosionen an der Küste, sprach von abgewehrten Angriffen und kündigte an, auf weitere US-Schläge „schnell und entschlossen“ zu reagieren. Die diplomatische Übersetzung lautet vermutlich: „Bis gleich.“
Besonders kurios wirkt inzwischen die Situation rund um die Straße von Hormus. Während Politiker über Frieden verhandeln, sitzen tausende Seeleute auf ihren Schiffen fest und hoffen, dass sich niemand erneut dazu entschließt, den Welthandel mit Raketen zu regulieren. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation musste ihre Evakuierungsaktion vorsorglich stoppen – offenbar gilt mittlerweile auch auf See: Erst wird geschossen, dann verhandelt.
Immerhin laufen offiziell weiterhin Gespräche über ein dauerhaftes Abkommen. Optimisten sprechen von einem Hoffnungsschimmer. Pessimisten werfen vorsichtshalber schon einmal einen Blick auf den Wetterbericht – oder den nächsten Luftalarm.
Fest steht: Diese Waffenruhe erinnert derzeit eher an eine Beziehung nach dem Motto: „Wir reden wieder miteinander“ – gefolgt von einer Minute später: „Jetzt reicht’s endgültig!“
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