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Waffenruhe im Libanon in Kraft – Trump zeigt sich zuversichtlich bei möglichem Iran-Deal

Kaufdex (CC0), Pixabay
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Im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah ist in der Nacht eine zehntägige Waffenruhe im Libanon in Kraft getreten. Die von Iran unterstützte Miliz und Israel sollen ihre Kampfhandlungen vorerst einstellen. Doch nur wenige Stunden nach Beginn der Feuerpause meldete die libanesische Armee bereits erste mutmaßliche Verstöße.

Nach Angaben aus Beirut habe Israel trotz der Vereinbarung mehrfach Ziele im Süden des Landes beschossen. Die libanesische Armee sprach von wiederholtem Artilleriefeuer auf mehrere Ortschaften und rief die Bevölkerung dazu auf, vorerst nicht in südliche Dörfer und Städte zurückzukehren. Eine Stellungnahme des israelischen Militärs lag zunächst nicht vor.

Israels Regierungschef machte bereits deutlich, dass israelische Truppen vorerst nicht aus ihren Positionen im Süden des Libanon abziehen werden. Auch vonseiten der Hisbollah kamen warnende Töne: Die Gruppe behalte sich das Recht vor, auf Angriffe zu reagieren. Damit steht die Waffenruhe von Beginn an unter erheblichem Druck.

Trotzdem gilt die Vereinbarung als wichtiger diplomatischer Schritt. US-Präsident Donald Trump hatte die zehntägige Feuerpause zuvor angekündigt und betont, dass ein Ende der Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah den Weg für ein größeres Abkommen mit Teheran ebnen könnte.

Trump erklärte am Donnerstag, ein Treffen zwischen Vertretern Israels und des Libanon im Weißen Haus könne innerhalb der nächsten zwei Wochen stattfinden. Zugleich zeigte er sich erneut optimistisch mit Blick auf die Gespräche mit dem Iran. Ein weiteres Treffen zwischen Washington und Teheran könnte nach seinen Worten bereits an diesem Wochenende stattfinden. „Es gibt eine sehr gute Chance, dass wir einen Deal erzielen“, sagte Trump.

Bei einem Wahlkampfauftritt in Las Vegas deutete Trump zudem an, dass in den kommenden Tagen wichtige Entwicklungen im Iran-Konflikt bevorstehen könnten. Die Menschen sollten beobachten, „was in der nächsten Woche oder so passiert“, sagte er. Gleichzeitig verband er seine Aussagen einmal mehr mit innenpolitischen Botschaften und rief dazu auf, bei den anstehenden Zwischenwahlen die Republikaner zu unterstützen.

Trump sprach außerdem davon, dass die USA „sehr bald einen Sieg“ erringen würden. Den seit rund zwei Monaten andauernden Krieg mit Iran spielte er herunter und verwies darauf, dass andere Konflikte wesentlich länger gedauert hätten. Trotz steigender Energiepreise und teurer Treibstoffkosten bezeichnete er die Inflation erneut als teilweise „künstlich“ und machte Hoffnung auf sinkende Preise.

Während die diplomatischen Bemühungen zunehmen, bleibt die militärische Lage angespannt. US-Offizielle erklärten, amerikanische Truppen im Nahen Osten würden derzeit wieder aufgerüstet und stünden bereit, die Kampfhandlungen wieder aufzunehmen, falls die Gespräche mit dem Iran scheitern sollten. Die Vereinigten Staaten halten außerdem ihre Seeblockade in der Region aufrecht.

Auch militärisch ist Iran nach Einschätzung amerikanischer Geheimdienstvertreter weiterhin gefährlich. Trotz der massiven US-israelischen Angriffe auf iranische Militäranlagen verfüge Teheran noch immer über tausende Raketen und Angriffsdrohnen, die US- und verbündete Streitkräfte in der Region bedrohen könnten. Zudem hätten iranisch unterstützte schiitische Milizen seit Beginn des Krieges im Februar bereits hunderte Angriffe auf US-Truppen durchgeführt.

International wurde die Waffenruhe im Libanon überwiegend positiv aufgenommen. Vertreter der Europäischen Union, der Vereinten Nationen und mehrerer Hilfsorganisationen sprachen von einer dringend nötigen Atempause für die Zivilbevölkerung. Zugleich warnten sie, dass eine zehntägige Feuerpause nur ein erster Schritt sein könne. Notwendig sei ein langfristiger politischer Prozess, der zu einer dauerhaften Stabilisierung der Region führt.

Die Vereinten Nationen hoffen, dass die Waffenruhe den Raum für Verhandlungen öffnet und nicht erneut das Schlachtfeld bestimmt, wie es weitergeht. Hilfsorganisationen verwiesen darauf, dass bereits mehr als eine Million Menschen durch die Kämpfe im Libanon vertrieben worden seien.

In Israel selbst wird die Feuerpause dagegen nicht einhellig begrüßt. Aus dem Norden des Landes kam Kritik an der Verknüpfung des Libanon-Konflikts mit den Gesprächen über Iran. Dort wird befürchtet, dass eine zu frühe Waffenruhe die Hisbollah nicht dauerhaft entwaffnet und die Bedrohung für die Grenzregion bestehen bleibt.

Auch iranische Medien deuten die Entwicklung als diplomatischen Erfolg Teherans. Dort wird argumentiert, dass Iran darauf bestanden habe, Fortschritte in den Gesprächen mit den USA an eine Waffenruhe im Libanon zu knüpfen – und dass Washington und Israel diesem Druck nun nachgegeben hätten.

Ob die Feuerpause tatsächlich hält, bleibt damit offen. Klar ist jedoch: Der Libanon ist in diesen Tagen weit mehr als nur ein Nebenschauplatz. Die Entwicklung dort könnte entscheidend dafür sein, ob aus der aktuellen militärischen Pause ein größerer diplomatischer Durchbruch wird – oder nur eine kurze Unterbrechung vor der nächsten Eskalation.

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