Derzeit erhalten zahlreiche Verbraucher eine E-Mail mit einer angeblichen Zahlungsaufforderung über rund 200 Euro – verbunden mit der Drohung, ein Inkassobüro einzuschalten. Absender: eine vermeintliche „Norddeutsche Netztechnik KG“. Klingt offiziell, ist es aber höchstwahrscheinlich nicht.
Bereits ein kurzer Blick auf die Details entlarvt die Nachricht als das, was sie ist: ein plumper Betrugsversuch. Die Absenderadresse passt nicht zum genannten Unternehmen, es tauchen gleich mehrere unterschiedliche Domains auf, und die angebliche Rechnung ist für viele Empfänger völlig unbekannt. Hinzu kommt ein typisches Druckmittel: Es wird behauptet, der Fall gehe nun an ein Inkassobüro, wodurch zusätzliche Gebühren entstehen würden.
Genau das ist die Masche. Verunsicherung erzeugen, Zeitdruck aufbauen und den Empfänger dazu bringen, vorschnell zu zahlen.
Wichtig zu wissen: Seriöse Unternehmen arbeiten transparent, mit nachvollziehbaren Rechnungen und klaren Vertragsgrundlagen. Wer nie Kunde war oder keine Leistung erhalten hat, schuldet auch nichts – ganz egal, wie „offiziell“ die E-Mail formuliert ist.
Auch der Hinweis auf ein Inkassobüro ist kein Beweis für eine berechtigte Forderung. Inkassofirmen dürfen nur dann tätig werden, wenn überhaupt eine rechtmäßige Forderung besteht. Und selbst dann erfolgt die Kommunikation in der Regel nachvollziehbar und nicht über dubiose E-Mail-Konstrukte mit fragwürdigen Absendern.
Die klare Empfehlung lautet daher:
Nicht zahlen, nicht antworten, keine Anhänge öffnen – und die E-Mail direkt in den Papierkorb verschieben.
Wer unsicher ist, kann zusätzlich die Verbraucherzentrale kontaktieren oder die E-Mail bei entsprechenden Stellen melden. Fest steht: Hier soll kein Geld eingefordert werden, das jemand wirklich schuldet – hier soll Geld ergaunert werden.
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