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„Vorsicht beim Teigprobieren: Experten warnen vor gefährlichen Bakterien“

congerdesign (CC0), Pixabay
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Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt warnt eindringlich vor dem Verzehr von rohem Teig und rückt damit ein oft unterschätztes Risiko in den Fokus. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass sogenannte STEC-Bakterien (Shigatoxin-produzierende E. coli) deutlich häufiger in handelsüblichen Mehlsorten vorkommen, als bislang angenommen. Gerade in der Weihnachtszeit, wenn in vielen Haushalten Plätzchen, Stollen und Kuchen auf dem Programm stehen und Teig gerne zwischendurch probiert wird, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Infektion deutlich.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale gelangen die Bakterien in erster Linie durch verunreinigtes Getreide oder durch ungesäuberte Ernte- und Verarbeitungsprozesse ins Mehl. Anders als viele andere Lebensmittel wird Mehl vor dem Verkauf nicht erhitzt oder anderweitig behandelt, weshalb mögliche Krankheitserreger vollständig erhalten bleiben. Beim Backen werden diese zwar zuverlässig abgetötet – doch beim direkten Verkosten des ungebackenen Teigs gelangen sie unverändert in den Körper.

Die Folgen einer solchen Infektion können gravierend sein. STEC-Erreger lösen schwere Magen-Darm-Erkrankungen aus, die sich durch heftige Bauchkrämpfe, Übelkeit und teils blutigen Durchfall äußern. Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen sowie Personen mit geschwächtem Immunsystem. In seltenen Fällen kann eine Infektion in das potenziell lebensbedrohliche hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) übergehen, das eine medizinische Behandlung im Krankenhaus erfordert.

Vor diesem Hintergrund fordert die Verbraucherzentrale deutliche Warnhinweise auf Mehlverpackungen, ähnlich wie sie bei rohen Eiern bereits üblich sind. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher wüssten schlicht nicht, dass das Risiko weniger von den Eiern als vielmehr vom Mehl ausgeht. Die weit verbreitete Annahme, nur Salmonellen in rohen Eiern seien gefährlich, sei daher irreführend und unvollständig.

Um Erkrankungen zu vermeiden, rät die Verbraucherzentrale, beim Backen grundsätzlich kein Stück rohen Teig zu essen – unabhängig davon, ob Eier enthalten sind oder nicht. Arbeitsflächen, Küchengeräte und Hände sollten nach dem Kontakt mit Mehl gründlich gereinigt werden, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden. Für alle, die dennoch gerne Teig naschen, gibt es mittlerweile spezielle Produkte wie „essbarer Keksteig“, die aus wärmebehandeltem Mehl bestehen und damit sicher verzehrt werden können.

Die Warnung kommt passend zur Hochphase des weihnachtlichen Backens und soll Verbraucherinnen und Verbraucher für eine Gefahr sensibilisieren, die oft übersehen wird, obwohl sie jährlich zu zahlreichen Erkrankungen führt. Die Verbraucherzentrale betont: Vorsicht beim Naschen – denn roher Teig ist alles andere als harmlos.

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